📝 Blog  ·  FPS & Performance  ·  computer-nach-wunsch.de

Wie viel FPS bekomme ich? GPU & Spiel im Vergleich

Wie viele FPS bringt deine GPU wirklich? FPS-Tabellen nach GPU, Auflösung und Spielgenre – plus Tipps für mehr FPS ohne neue Hardware.

📅 15.04.2026 ⏱ 8 Min. Lesezeit 📝 1,406 Wörter
FPS & Performance
CNW Performance Lab 👁 158 Aufrufe
🎮 Der ultimative FPS-Guide: Wie viel Leistung bringt dein PC wirklich?

Ein tiefgreifender Blick auf GPU-Benchmarks, CPU-Limits und die Kunst der perfekten Framerate.

In der Welt des PC-Gamings gibt es eine Währung, die über Sieg oder Niederlage, über Immersion oder Frustration entscheidet: Frames per Second (FPS). Doch während die Zahl in der Ecke des Bildschirms simpel erscheint, ist das Zustandekommen dieser Zahl ein hochkomplexes Zusammenspiel aus Hardware-Architektur, Software-Optimierung und physikalischen Grenzen.

Viele Gamer stellen sich die Frage: „Warum erreicht meine RTX 4070 in Cyberpunk 2077 nur 60 FPS, während sie in Counter-Strike 2 über 400 schafft?" Oder: „Warum ruckelt mein Spiel, obwohl der Durchschnittswert bei 80 FPS liegt?" In diesem ausführlichen Guide analysieren wir die fünf entscheidenden Faktoren der Performance, geben dir detaillierte Benchmarks an die Hand und zeigen dir, wie du das letzte Quäntchen Leistung aus deinem System holst.

⚡ Sofort-Analyse: Wie viel FPS bekommst du?

Du möchtest nicht nur theoretische Werte lesen, sondern wissen, was dein spezifisches Setup aus CPU und GPU leistet? Unser Algorithmus berechnet basierend auf tausenden Benchmark-Daten deine erwartete Performance.

➡️ Zum interaktiven FPS-Rechner

1. Die 5 Säulen der Gaming-Performance

Um zu verstehen, wie viele FPS du generierst, musst du die Kette verstehen, an deren Ende das Bild auf deinem Monitor steht. Jedes Glied dieser Kette kann die Gesamtperformance limitieren.

A. Die Grafikkarte (GPU) – Das Herzstück

Die GPU ist der eigentliche „Arbeiter" im System. Sie berechnet Texturen, Beleuchtung (Shading), Schatten und die Geometrie der Spielwelt. In modernen Titeln entfallen etwa 70–80 % der Rechenlast auf die Grafikkarte. Besonders bei hohen Auflösungen wie 1440p (WQHD) oder 4K wird die GPU zum absoluten Nadelöhr. Hier gilt: Je mehr Rechenkerne (CUDA-Cores bei NVIDIA oder Stream-Prozessoren bei AMD) und je schneller der VRAM (Grafikspeicher), desto höher die FPS.

B. Der Prozessor (CPU) – Der Dirigent

Die CPU sagt der GPU, was sie zeichnen soll. Sie berechnet die Spielphysik, die KI der Gegner und alle Spiellogik im Hintergrund. Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass die CPU bei 4K keine Rolle spielt. Zwar limitiert dort fast immer die GPU, aber eine zu schwache CPU kann die sogenannten Frame-Times ruinieren — also die Gleichmäßigkeit, mit der Bilder ausgegeben werden. Bei niedrigen Auflösungen wie 1080p hingegen ist die CPU oft der entscheidende Faktor für extrem hohe Frameraten.

C. Die Auflösung – Die Last der Pixel

Die Anzahl der zu berechnenden Pixel steigt stark an:

  • Full HD (1080p): ca. 2,07 Millionen Pixel
  • WQHD (1440p): ca. 3,69 Millionen Pixel (+78 % gegenüber 1080p)
  • Ultra HD (4K): ca. 8,29 Millionen Pixel (+300 % gegenüber 1080p)

D. Grafikeinstellungen & Engine

Nicht jedes „Ultra"-Preset ist sinnvoll. Einstellungen wie „Volumetrische Wolken" oder „Maximale Schatten" können bis zu 30 % der Performance kosten, während der sichtbare Unterschied oft minimal ist. Hinzu kommt, dass bestimmte Engines wie die Unreal Engine 5 durch Technologien wie Lumen (dynamische Beleuchtung) und Nanite (hochaufgelöste Geometrie) extrem hardwarehungrig sind — dafür liefern sie eine Bildqualität, die mit Vorgänger-Engines schlicht nicht erreichbar war.

2. FPS-Kategorien: Was ist „flüssig"?

„Flüssig" ist subjektiv, aber es gibt technische Richtwerte, die sich an der menschlichen Wahrnehmung und der Monitor-Technik orientieren.

FPS-Bereich Klassifizierung Anwendungsbereich Unter 30 FPS Kritisch / Ruckelnd Für modernes Gaming ungeeignet. 30 – 60 FPS Spielbar (Konsolen-Standard) Singleplayer-Story-Games, RPGs. 60 – 100 FPS Flüssig (PC-Standard) Action-Adventures, Rennspiele. 100 – 144 FPS High-Refresh Gaming Shooter (CoD, Battlefield), kompetitiv. Über 240 FPS Esports Pro-Level Valorant, CS2, League of Legends.

3. Benchmark-Vergleich: Aktuelle GPUs im Härtetest

Wie schlagen sich die aktuellen Flaggschiffe und Mittelklasse-Karten in der Praxis? Die folgenden Werte sind Durchschnittswerte über einen Mix aus 15 aktuellen AAA-Titeln bei maximalen Details und ohne Upscaling.

Grafikkarte (GPU)
1080p
1440p
4K
NVIDIA RTX 4090
240+ FPS
190 FPS
125 FPS
AMD RX 7900 XTX
220+ FPS
170 FPS
105 FPS
NVIDIA RTX 4070 Super
165 FPS
120 FPS
65 FPS
AMD RX 7800 XT
145 FPS
105 FPS
55 FPS
NVIDIA RTX 4060 Ti
110 FPS
75 FPS
35 FPS

4. Der Game-Changer: DLSS, FSR und XeSS

In den letzten Jahren hat sich der Fokus von reiner Rasterisierung — also dem klassischen pixelweisen Berechnen des Bildes — hin zu KI-gestützten Upscaling-Techniken verschoben. Die Grundidee: Das Spiel wird intern in einer niedrigeren Auflösung gerendert, anschließend durch einen intelligenten Algorithmus hochskaliert und auf die native Monitor-Auflösung gebracht. Das Ergebnis sind deutlich höhere Frameraten bei kaum wahrnehmbarem Qualitätsverlust.

NVIDIA DLSS (Deep Learning Super Sampling)

Nutzt die Tensor-Cores der RTX-Karten für KI-gestütztes Hochskalieren. DLSS 3.5 führt zusätzlich „Frame Generation" ein: Die KI berechnet dabei vollständige Zwischenbilder, was die Framerate nahezu verdoppeln kann. Vorteil: Beste Bildqualität aller verfügbaren Upscaling-Lösungen.

AMD FSR (FidelityFX Super Resolution)

Ein Open-Source-Ansatz, der auf nahezu allen Grafikkarten funktioniert — also auch auf NVIDIA- und Intel-GPUs. FSR 3 bietet ebenfalls Frame Generation unter dem Namen „Fluid Motion Frames". Vorteil: Maximale Kompatibilität über alle Hersteller hinweg.

Intel XeSS

Intels Upscaling-Lösung, die auf Arc-GPUs dank dedizierter XMX-Einheiten besonders effizient arbeitet, aber auch auf anderen Karten läuft. Vorteil: Bildqualität auf FSR-Niveau oder darüber, mit guter Stabilität in schnellen Szenen.

5. Das Bottleneck-Phänomen

Ein „Bottleneck" (deutsch: Flaschenhals) tritt auf, wenn eine Komponente die andere ausbremst und somit das volle Potenzial des Systems ungenutzt bleibt. Es gibt zwei häufige Arten:

  • GPU-Bottleneck: Die Grafikkarte läuft bei 99–100 % Auslastung. Das ist für hohe Grafikqualität der Idealzustand — die GPU gibt ihr Maximum. FPS-Steigerungen sind hier nur durch eine stärkere GPU oder reduzierte Grafikeinstellungen möglich.
  • CPU-Bottleneck: Die Grafikkarte dümpelt bei 70 % Auslastung oder darunter, die FPS steigen aber trotzdem nicht. In diesem Fall kommt die CPU nicht schnell genug hinterher, die notwendigen Berechnungen und Daten für die GPU bereitzustellen. Eine stärkere GPU würde hier kaum helfen.
Pro-Tipp: Nutze Tools wie MSI Afterburner mit dem Overlay-Plugin RivaTuner, um GPU- und CPU-Auslastung während des Spielens live zu überwachen. Liegt die GPU-Last dauerhaft unter 95 %, deutet das auf ein CPU-Limit hin — oder auf eine künstliche Begrenzung durch V-Sync oder einen Framerate-Cap im Spiel.

6. Checkliste: So steigerst du deine FPS (ohne Neukauf)

Bevor du hunderte Euro in neue Hardware investierst, solltest du sicherstellen, dass dein aktuelles System optimal konfiguriert ist. Oft lassen sich 10–20 % mehr Leistung herausholen, ohne einen einzigen Euro auszugeben.

Software-Optimierung

  • Treiber: Installiere immer den neuesten „Game Ready"-Treiber (NVIDIA) oder „Adrenalin"-Treiber (AMD). Veraltete Treiber können spürbare Performanceverluste verursachen.
  • Windows Spielmodus: Aktivieren — er unterdrückt Hintergrundprozesse während des Spielens und gibt Ressourcen frei.
  • Energieoptionen: Auf „Höchstleistung" stellen, damit Windows die CPU nicht unnötig heruntertaktet.
  • Hintergrundlast reduzieren: Schließe unnötige Browser-Tabs und Programme. Chrome kann allein mehrere Gigabyte RAM belegen.

Hardware-Tricks

  • XMP / EXPO-Profil: Prüfe im BIOS, ob dein RAM tatsächlich mit der beworbenen Geschwindigkeit läuft. Ohne aktiviertes XMP- bzw. EXPO-Profil taktet der Speicher oft nur mit 2133 MHz statt der vorgesehenen 5600 MHz oder mehr.
  • Resizable BAR: Aktiviere diese Funktion im BIOS (auch als „Smart Access Memory" bei AMD bekannt). Sie erlaubt der CPU direkten Zugriff auf den gesamten VRAM der GPU — das bringt je nach Spiel bis zu 15 % mehr Performance.
  • Temperaturen im Blick behalten: Überhitzt die GPU (dauerhaft über 85 °C), reduziert sie automatisch ihren Takt zum Selbstschutz — sogenanntes Thermal Throttling. Regelmäßige Reinigung und gute Gehäusebelüftung helfen hier.

7. Monitor-Synergie: Hz vs. FPS

Es bringt wenig, 300 FPS zu generieren, wenn dein Monitor nur 60 Hz anzeigen kann. Die Bildwiederholrate des Monitors (in Hz) gibt an, wie viele Bilder pro Sekunde er maximal darstellen kann. Liefert die GPU mehr Bilder als der Monitor verarbeiten kann, entstehen sogenannte Tearing-Artefakte: Das Bild wirkt horizontal zerrissen, weil der Monitor mitten in einer neuen Szene mit dem Aufbau beginnt.

Die Faustregel: Versuche, deine FPS stabil in dem Bereich zu halten, den dein Monitor unterstützt. Bei einem 144-Hz-Monitor sind konstante 144 FPS das Optimum. Technologien wie G-Sync (NVIDIA) und FreeSync (AMD) lösen das Problem elegant: Sie synchronisieren die Bildwiederholrate des Monitors dynamisch mit der Ausgabe der GPU — das Ergebnis ist ein ruckelfreies, tearingfreies Bild, selbst wenn die Framerate schwankt.

Fazit

Wie viel FPS du bekommst, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis deiner Hardware-Wahl und Systemkonfiguration. Die GPU liefert die rohe Rechenleistung, die CPU sorgt für stabile Frame-Times, und Technologien wie DLSS oder FSR verschaffen dir den nötigen Effizienzschub, um auch bei hohen Auflösungen flüssig zu spielen.

Achte dabei nicht nur auf die Durchschnitts-Framerate (Avg FPS), sondern vor allem auf die 1 % Lows — also die untersten ein Prozent aller gemessenen Frameraten. Nur wenn auch diese Werte hoch genug sind, bleibt das Spielerlebnis wirklich frei von Mikrorucklern und fühlt sich durchgehend flüssig an.

Bereit für das nächste Upgrade?

Bevor du kaufst, teste dein Wunsch-Setup in unseren spezialisierten Tools: