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DirectStorage erklärt: Verkürzt es wirklich Ladezeiten im Spiel?

Was DirectStorage macht, was der Test von 2023 zeigte, was Version 1.4 bringt und warum es kein Grund für ein SSD-Upgrade ist.

📅 18.10.2026 ⏱ 6 Min. Lesezeit 📝 1,038 Wörter
FPS & Performance
CNW Performance Lab 👁 3 Aufrufe

NVMe-SSD für schnelle Ladezeiten

Im PC-Konfigurator wählst du eine passende NVMe-SSD für dein Spielesystem.

DirectStorage soll Ladezeiten in Spielen verkürzen, indem Daten schneller von der SSD in die Grafikkarte gelangen. In der Werbung klingt das nach einem Pflicht-Upgrade, in der Praxis ist es ein Baustein, den nur wenige Spiele nutzen. Dieser Artikel ordnet ein, was die Technik leistet, was sie nicht leistet und ob sie deine Kaufentscheidung beeinflussen sollte. Die Quellen: ein Bericht von PC Games Hardware vom 21.01.2023 mit einem synthetischen Test (also schon älter und nicht auf echte Spiele übertragbar) und ein Blogartikel des Händlers Caseking vom 13.03.2026 zur Version 1.4. Weitere Aussagen kennzeichnen wir als eigene Einschätzung. Die Praxis hängt vom jeweiligen Spiel ab, und die Gewinne in echten Titeln lassen sich aus den Quellen nicht belegen.

Was DirectStorage macht

Klassisch lädt die CPU Spieldaten von der SSD, entpackt sie und reicht sie an die Grafikkarte weiter. DirectStorage ist eine Schnittstelle von Microsoft, über die Spiele Daten direkt und parallel anfordern können. Ab Version 1.1 kann die Grafikkarte die Daten selbst entpacken (GPU-Dekompression), was die CPU entlastet. AMD und Nvidia haben für ihre Karten eigene Bezeichnungen für ihre Umsetzung, laut PC Games Hardware „Smart Access Storage“ und „RTX IO“.

Was der Test von 2023 zeigte

PC Games Hardware nutzte 2023 ein synthetisches Programm (Compusemble) und maß, wie schnell Daten geladen werden. Mit GPU-Dekompression unter DirectStorage 1.1 sank die Ladezeit von rund 5 Sekunden auf rund 0,5 Sekunden. Eine SATA-SSD zeigte laut dem Bericht keinen Vorteil, es brauchte eine NVMe-SSD. Für den vollen Funktionsumfang war Windows 11 nötig, unter Windows 10 funktionierte nur ein Teil. Das war ein künstlicher Test, kein Spiel. Wie stark echte Spiele profitieren, hängt davon ab, wie viel Zeit sie überhaupt mit Laden verbringen, und das ist laut dem Bericht nicht belegt.

AussageQuelleEinordnung
Ladezeit im Test von etwa 5 s auf 0,5 sPCGH, 21.01.2023Synthetischer Test, sehr alt, nicht auf Spiele übertragbar
SATA-SSD ohne VorteilPCGH, 21.01.2023Passt zu NVMe vs. SATA
Windows 11 für vollen FunktionsumfangPCGH, 21.01.2023Windows 10 nur teilweise; Support-Ende beachten
Version 1.4 mit Zstd und Asset-WerkzeugCaseking, 13.03.2026Händlerblog; als Vorschau (Public Preview) beschrieben

Neu in Version 1.4

Laut Caseking (13.03.2026, Händlerartikel) bringt die öffentliche Vorschau von DirectStorage 1.4 die Zstd-Kompression, entpackbar auf CPU oder GPU, sowie die Game Asset Conditioning Library. Laut Microsoft kann diese in geeigneten Arbeitsabläufen bis zu 50 Prozent bessere Zstd-Kompressionsraten erreichen. Das ist eine Angabe des Herstellers, die wir nicht überprüft haben. Entscheidend: Bestehende Spiele gewinnen nichts, solange die Entwickler die Technik nicht einbauen. Treiberoptimierungen von AMD und Nvidia werden laut Caseking im zweiten Halbjahr 2026 erwartet. Der Artikel nennt das selbst einen Startschuss und kein sofortiges Upgrade-Argument.

Welche Spiele nutzen es?

Caseking nennt als Beispiele Forspoken, Ratchet & Clank: Rift Apart, Forza Motorsport und Horizon Forbidden West und betont, dass die Technik selten ist. Ob ein Spiel DirectStorage nutzt, steht nicht immer in der Beschreibung. Eine verlässliche, offizielle Gesamtliste kennen wir nicht (eigene Kenntnis); Nutzerseiten und Patch-Notizen sind meist die einzige Quelle. Auch die Fachseite How-To Geek fragte vier Jahre nach dem Start, ob die Technik noch auf das eine Spiel wartet, das ihren Wert beweist. Den Artikel selbst konnten wir nicht lesen, wir kennen nur die Überschrift.

Was heißt das für deinen Kauf?

Kurz gesagt: Kaufe keine SSD wegen DirectStorage. Wenn du ohnehin eine neue SSD brauchst, wähle NVMe und freue dich über den möglichen Vorteil in Spielen, die ihn nutzen.

Wenn Spiele langsam laden

Lange Ladezeiten haben oft andere Ursachen als fehlendes DirectStorage. Prüfe, ob das Spiel auf einer SATA-SSD oder gar Festplatte liegt, ob die SSD fast voll ist, ob sie thermisch drosselt, und ob Hintergrundprogramme die Platte auslasten (eigene Hinweise). Hilfreich sind dabei M.2-SSD-Kühlung, SSD-Gesundheit prüfen und Speicherplatz freigeben.

  1. Spiel auf eine NVMe-SSD verschieben, falls möglich.
  2. Mindestens etwa 10 bis 20 Prozent der SSD frei lassen (eigene Faustregel).
  3. SSD-Temperatur beobachten.
  4. Grafiktreiber aktuell halten.
  5. Windows-Energieprofil auf Ausbalanciert oder Höchstleistung prüfen.

Warum die Technik trotzdem Bedeutung hat

Moderne Spiele werden größer und streamen Texturen und Geometrie während des Spielens nach. Je schneller und CPU-schonender das geschieht, desto weniger Ruckler und Nachladeeffekte sind möglich. Das ist der eigentliche Nutzen der Schnittstelle, nicht nur der Ladebildschirm (eigene Einschätzung). Ob das in der Praxis spürbar wird, hängt davon ab, ob Entwickler die Technik nutzen und ob Treiber sie gut unterstützen. Caseking erwartet Treiberoptimierungen von AMD und Nvidia im zweiten Halbjahr 2026. Wir haben das nicht nachgeprüft. Beobachte deshalb Testberichte zu einzelnen Spielen, bevor du Geld für Hardware ausgibst.

Als Orientierung: Wenn du ein Spiel besitzt, das DirectStorage nutzt, vergleiche die Ladezeit selbst, indem du dasselbe Spiel auf einer SATA-SSD und einer NVMe-SSD startest, falls du beides hast. Messe mit einer Stoppuhr und wiederhole den Vorgang mehrmals, weil der erste Start oft langsamer ist (eigene Erfahrung). So siehst du, ob sich eine Investition für dich lohnt.

Technische Voraussetzungen im Überblick

  • Speicher: NVMe-SSD, laut PCGH-Test von 2023 ohne Vorteil auf SATA.
  • Betriebssystem: Windows 11 für den vollen Funktionsumfang, Windows 10 nur teilweise.
  • Grafikkarte: Für GPU-Dekompression ist eine kompatible Karte nötig; welche genau, prüfst du in den Herstellerangaben (eigene Hinweise).
  • Spiel: Der Entwickler muss die Schnittstelle einbauen, sonst ändert sich nichts.

Häufige Fragen

Brauche ich DirectStorage für Gaming?

Nein. Die meisten Spiele nutzen es nicht und laufen ohne problemlos.

Funktioniert DirectStorage mit SATA-SSDs?

Laut dem PCGH-Test von 2023 brachte eine SATA-SSD keinen Vorteil; die Technik zielt auf NVMe-SSDs.

Muss ich etwas einstellen?

Meist nicht. Spiele nutzen die Schnittstelle automatisch, wenn sie sie eingebaut haben und die Hardware passt (eigene Kenntnis).

Kommt mehr FPS durch DirectStorage?

Nein, die Technik betrifft Ladezeiten und Streaming, nicht die Bildrate im laufenden Spiel. Für FPS siehe DLSS, FSR und XeSS.

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