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Wann sinken die RAM-Preise? Prognosen bis 2028 im Überblick

Wann wird RAM wieder günstiger? Prognosen von Counterpoint, TrendForce, Jefferies, Barclays und Citi mit Datum, Quelle und Abgleich mit den Preisen.

📅 18.10.2026 ⏱ 6 Min. Lesezeit 📝 1,074 Wörter
PC Hardware Ratgeber
CNW Performance Lab 👁 6 Aufrufe

Wann werden RAM-Preise wieder günstiger? Was Analysten sagen, Stand 18.10.2026

Kurz gesagt: Kaum ein Analyst erwartet vor 2028 echte Entspannung. Wir haben die Prognosen mit Datum und Quelle gesammelt und gegen die aktuellen Händlerpreise gelegt. Dein System planst du im PC-Konfigurator.

Die häufigste Frage rund um den PC-Kauf lautet derzeit: Soll ich warten? Eine sichere Antwort gibt es nicht. Dieser Beitrag sammelt die Vorhersagen aus Berichten von PCGH (13.03., 16.08. und 15.10.2026) und GIGA (03.07.2026) und prüft, wie sie sich zu den realen Preisen verhalten. Prognosen sind keine Fakten; sie haben sich in diesem Jahr mehrfach als zu niedrig erwiesen. Wir nennen deshalb zu jeder Zahl Quelle und Stichtag. Preise ändern sich täglich. Die Marktlage insgesamt erklärt RAM- und SSD-Preiskrise 2026.

Die Prognosen im Überblick

Quelle (Stand)AussageEinordnung
Counterpoint (PCGH, 13.03.2026)DDR5 normalisiert sich „wohl“ frühestens 2028; für Verbraucher keine spürbare Besserung vor Ende 2027; 32-GB-DDR5-6000-Kits um 400 bis 420 Euro bis mindestens Ende 2027Preisannahme inzwischen überholt (siehe unten)
Jefferies (GIGA, 03.07.2026)Q3 +40 bis 50 %, Q4 +30 bis 40 % bei Speicherpreisen gegenüber dem Vorquartal; 2027 +40 bis 45 % im Jahresvergleich; Entlastung frühestens 2028Sehr pessimistisch
TrendForce (PCGH, 16.08.2026)Q3: konventionelles DRAM +13 bis 18 %, NAND +10 bis 15 % (Kontraktpreise gegenüber Vorquartal)Deutlich niedriger als Jefferies
Bernstein und Gartner (PCGH, 16.08.2026)Echter Preisverfall möglicherweise 2028Als Zeitpunkt genannt
TrendForce (PCGH, 15.10.2026)Q4: konventionelles DRAM (inklusive DDR4) +10 bis 15 %Weiterer Anstieg
Barclays (PCGH, 15.10.2026)Angespannte Versorgung bei Micron bis einschließlich 2028; Entspannung frühestens 2029Längster Horizont
Citi (PCGH, 15.10.2026)DRAM-Defizit erreicht Höhepunkt im vierten Quartal 2027 (13,9 %), bei NAND im ersten Quartal 2028 (8,3 %)Zeigt Zeitpunkt der größten Knappheit

Auffällig ist die Spannweite: Für das dritte Quartal erwartete Jefferies laut GIGA +40 bis 50 Prozent, TrendForce laut PCGH dagegen +13 bis 18 Prozent. Beide beziehen sich auf Vertragspreise und nicht auf Preise im Einzelhandel. Wer eine genaue Zahl für das nächste Quartal braucht, bekommt sie von keiner Seite verlässlich.

Was bisher tatsächlich passiert ist

Barclays-Daten, die PCGH am 15.10.2026 zitiert, zeigen die Vertragspreise: DDR4 stieg in den drei Monaten bis Oktober um 24 Prozent, DDR5 um 20 Prozent. Im Oktober allein legte DDR4 um 4 Prozent zu und DDR5 um 3 Prozent. In August und September lagen die Zuwächse laut Artikel bei rund 9 beziehungsweise 8 Prozent pro Monat. Der Anstieg hat sich also verlangsamt. Das ist kein Preisrückgang: Die Zahlen beschreiben die Veränderung, nicht das Niveau. Bei den DDR5-Spotpreisen verzeichnete PCGH im Oktober sogar +8 Prozent, und es ist offen, ob sich die Verlangsamung dort fortsetzt.

Die Prognose von März gegen die Preise von heute

Counterpoint rechnete im März damit, dass 32-GB-DDR5-6000-Kits bei 400 bis 420 Euro bleiben. PCGH nennt für Mitte August 475 bis 540 Euro für ein solches Kit; am 14.10.2026 kostete ein Patriot Viper Venom mit 32 GiB DDR5-6000 mindestens 489 Euro. Setzt man 489 Euro in Relation zu 400 bis 420 Euro, liegt der Preis etwa 16 bis 22 Prozent höher (eigene Rechnung; die Modelle und Stichtage unterscheiden sich, die Zahlen sind eine Näherung). Der Anstieg des 3DCenter-Index für DDR5-Kits auf 544 Prozent des Niveaus vom Juli 2025 im September (PCGH) zeigt dieselbe Richtung. Der Schluss: Die Prognose der Preise war zu niedrig, die der Dauer wird noch geprüft.

Warum es so lange dauert

  • KI-Nachfrage: Speicherhersteller verlagern Kapazität zu HBM und Serverspeicher (PCGH, 15.10.2026).
  • Langfristverträge: Laut PCGH sind über 75 Prozent der für 2027 geplanten Micron-Produktion bereits vergeben; Micron-Chef Sanjay Mehrotra rechnet damit, dass die Nachfrage 2027 und 2028 das Angebot übersteigt.
  • Neue Fabriken brauchen Zeit: Zusätzliche Kapazität wirkt laut Counterpoint (PCGH, März) frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2027.
  • DDR4 läuft aus: Micron kündigte 2025 an, die DDR4-Produktion zu beenden, will aber Industriekunden weiter beliefern. Die Nachfrage nach DDR4 steigt, weil DDR5 teuer ist.

Ein Lenovo-Manager, Martin Hiegl, erwartet laut GIGA, dass Speicherpreise nicht mehr auf das Niveau von Anfang 2025 fallen und höhere Preise bis 2030 und darüber hinaus zum Standard werden könnten. Das ist eine Einzelmeinung eines Herstellers.

Wer sollte jetzt kaufen, wer kann warten?

SituationMögliche Folgerung (eigene Einschätzung, keine Anlageberatung)
Defekter oder ungenügender Arbeitsspeicher im AlltagsrechnerNicht warten: Ein Jahr mit schlechtem System kostet mehr als der Preisunterschied riskiert
PC funktioniert, aber 16 GB fehlen für ein einzelnes ProgrammGezielt prüfen, ob ein zusätzlicher Riegel reicht, statt das ganze Kit zu ersetzen (Kompatibilität beachten)
Neuer Gaming-PC geplantErst Budget festlegen, dann RAM-Menge wählen: 32 GB sind keine Pflicht für jedes Spiel
Komplettaufbau mit viel ZeitPreise beobachten, aber nicht auf Rückgang vor 2028 verlassen

Dringende Käufe sollten laut PCGH (16.08.2026) jetzt erfolgen, sonst müsse man sechs bis zwölf Monate warten. Das ist eine Redaktionsempfehlung, kein sicherer Wert. Weitere Hinweise dort: Bei DDR4-Systemen länger bleiben und gebrauchte Module mit Memtest86 prüfen.

Wie du Kosten senkst, ohne zu warten

Ein Hinweis zu den Zahlen: Prozentwerte zu Vertragspreisen und Händlerpreisen sind nicht direkt vergleichbar. Verträge schließen große Abnehmer wie PC-Hersteller und Rechenzentren ab, Händler kaufen mit Verzögerung nach und schlagen Marge auf. Steigt der Vertragspreis um 10 Prozent, kann der Ladenpreis später stärker oder schwächer reagieren (eigene Einschätzung). Deshalb ist die Verlangsamung im Oktober ein Signal, aber noch keine Entwarnung.

Was wir nicht wissen

Niemand kann den Verlauf sicher vorhersagen. Neue Fabriken, Nachfrageänderungen im KI-Sektor oder Eingriffe der Politik können jede Prognose entwerten. Prognosen stammen zudem teils von Analysten, die für Investoren schreiben, nicht für PC-Käufer; ihre Annahmen beziehen sich auf Vertragspreise großer Abnehmer. Für den Einzelhandel gelten sie nur mit Verzögerung und Händleraufschlägen (eigene Einschätzung). Wir raten, Entscheidungen an deinem Bedarf und Budget auszurichten und nicht an Vorhersagen.

Häufige Fragen

Wird DDR4 billiger als DDR5?

Laut PCGH ist DDR4 pro Modul nicht teurer als DDR5, die Preise steigen aber ebenfalls, weil die Nachfrage nach DDR4 zunimmt.

Sinken die Preise nach Black Friday?

Das ist unwahrscheinlich als dauerhafter Trend. Einzelne Angebote sind möglich, prüfe sie sorgfältig.

Wann ist der günstigste Zeitpunkt?

Das lässt sich nicht vorhersagen. Die Analysten in diesem Beitrag nennen 2028 als frühesten Zeitpunkt nennenswerter Entspannung.

Bedarf zuerst, Prognose danach

So planst du deinen Speicher, ohne dich auf Vorhersagen zu verlassen.

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