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Windows-Speicherdiagnose: RAM auf Fehler testen

Windows-Speicherdiagnose mit mdsched starten, Testmix einstellen und das Ergebnis in der Ereignisanzeige lesen: RAM-Fehler erkennen und richtig reagieren.

📅 23.10.2026 ⏱ 9 Min. Lesezeit 📝 1,614 Wörter
PC Hardware Ratgeber
Autor: Kujtim Dubovci 👁 2 Aufrufe

Windows-Speicherdiagnose: Arbeitsspeicher mit Bordmitteln auf Fehler testen

Abstürze, Bluescreens und Dateifehler können an defektem RAM liegen. Mit der Windows-Speicherdiagnose prüfst du den Arbeitsspeicher ohne Zusatzprogramm, liest das Ergebnis aus der Ereignisanzeige und weißt, wann du einen gründlicheren Test brauchst.

Ein PC, der zufällig abstürzt, Bluescreens mit wechselnden Fehlercodes zeigt oder beschädigte Dateien hinterlässt, hat manchmal einen Defekt im Arbeitsspeicher. Windows bringt dafür ein eigenes Prüfprogramm mit, die Windows-Speicherdiagnose. Sie ist kein Profi-Werkzeug, liefert aber schnell einen ersten Hinweis. Dieser Ratgeber zeigt, wie du sie startest, einstellst und das Ergebnis liest. Bei jedem Schritt steht, was du tun solltest, wenn dein Fall abweicht.

Auf einen Blick: Die 3 Wege zur Speicherdiagnose

  1. Startmenü: „Windows-Speicherdiagnose“ in die Suche tippen und öffnen.
  2. Ausführen-Befehl: Windows-Taste + R, mdsched.exe eingeben und Enter drücken.
  3. Windows-Tools: Im Startmenü „Windows-Tools“ öffnen und dort „Windows-Speicherdiagnose“ wählen.

Wann ein RAM-Test sinnvoll ist

Ein Test lohnt sich, wenn mehrere Warnzeichen zusammenkommen: Bluescreens mit wechselnden Fehlercodes, Programme, die ohne erkennbaren Grund abstürzen, Installationen, die mit Dateifehlern abbrechen, oder ein PC, der nach dem Einbau neuer Riegel instabil läuft. Wie du Fehlerbilder zuordnest, zeigt Bluescreen in Windows 11: Ursache per Minidump. Wenn nur ein einziges Programm abstürzt: Ist RAM selten schuld, prüfe zuerst Treiber und Software. Wenn mehrere Programme und Windows selbst auffällig sind: Teste den Arbeitsspeicher.

Die Speicherdiagnose starten

  1. Speichere alle offenen Dokumente und schließe Programme, denn der PC startet neu.
  2. Öffne mit Windows-Taste + R das Ausführen-Fenster, tippe mdsched.exe und bestätige mit Enter.
  3. Wähle „Jetzt neu starten und nach Problemen suchen“. Alternativ „Beim nächsten Start nach Problemen suchen“, wenn du den Test später laufen lassen willst.
  4. Der PC startet in ein blaues Diagnosefenster und prüft den Speicher. Das dauert je nach RAM-Größe zehn Minuten bis über eine halbe Stunde.
  5. Nach dem Test startet Windows automatisch neu und zeigt beim Anmelden eine Meldung mit dem Ergebnis, sofern sie nicht verschwunden ist.

💡 Tipp: Test über Nacht laufen lassen

Plane den Test für einen Zeitpunkt, an dem du den PC nicht brauchst. Bei 32 GB RAM und erweiterten Optionen kann er lange dauern. Stelle den Neustart am Abend ein und prüfe das Ergebnis am Morgen.

Testmix, Cache und Durchgänge einstellen

Während des Tests blendet das Diagnosefenster am unteren Rand den Hinweis „F1 = Optionen“ ein. Drückst du F1, kannst du den Testmix wählen: „Basis“ ist am schnellsten, „Standard“ ist die Vorgabe, „Erweitert“ ist am gründlichsten. Außerdem lässt sich der Prozessor-Cache ein- oder ausschalten und die Zahl der Durchgänge festlegen. Mit F10 übernimmst du die Einstellung, mit Esc brichst du den Test ab.

Wenn du nur eine schnelle Einschätzung willst: Nimm „Standard“ mit der Vorgabe. Wenn du einen sporadischen Fehler vermutest: Wähle „Erweitert“ und mehrere Durchgänge, denn nicht jeder Fehler tritt im ersten Durchlauf auf. Bei sehr großen Arbeitsspeichern steigt die Laufzeit stark an.

Das Ergebnis finden und lesen

Windows zeigt das Ergebnis nach dem Neustart manchmal nur kurz an. Zuverlässiger liest du es in der Ereignisanzeige: Öffne mit Windows-Taste + R eventvwr.msc, wähle „Windows-Protokolle“ und „System“, klicke rechts auf „Aktuelles Protokoll filtern“ und suche nach der Quelle „MemoryDiagnostics-Results“. Der Eintrag nennt entweder, dass keine Fehler gefunden wurden, oder dass Speicherfehler erkannt wurden. Eine Einführung in die Ereignisanzeige bietet Windows-Ereignisanzeige: Fehler lesen.

Wenn das Ergebnis „keine Fehler“ lautet: Der RAM ist in diesem Test unauffällig, aber nicht zwingend fehlerfrei. Nutze für eine gründlichere Prüfung ein eigenes Testprogramm, wie in PC-Stresstest für CPU, GPU und RAM beschrieben. Wenn Fehler gemeldet werden: Weiter zum nächsten Abschnitt.

Was bei gefundenen Fehlern zu tun ist

Meldet die Diagnose Fehler, gehe schrittweise vor. Schalte zuerst XMP oder EXPO im BIOS aus und teste erneut, denn eine zu aggressive RAM-Einstellung ist eine häufige Fehlerquelle. Wie XMP und EXPO funktionieren, erklärt XMP und EXPO aktivieren. Besteht der Fehler weiter, teste die Riegel einzeln: Baue nur einen Riegel ein und wiederhole den Test, dann den anderen. Finde einen defekten Riegel und prüfe auch den Steckplatz, indem du den guten Riegel in einen anderen Slot setzt.

Wenn ein Riegel allein Fehler zeigt: Der Riegel ist defekt, nutze die Garantie oder Gewährleistung, wie es Gewährleistung und Garantie bei Hardware-Defekt beschreibt. Wenn jeder Riegel nur in einem bestimmten Slot Fehler zeigt: Der Steckplatz oder das Mainboard ist verdächtig.

⚠️ Achtung: Strom trennen vor dem Ausbau

Schalte den PC aus, ziehe das Netzkabel und entlade das Gerät, indem du den Einschaltknopf kurz gedrückt hältst, bevor du Riegel ausbaust. Fasse RAM-Module nur an den Kanten an und erde dich vorher an einem Metallteil des Gehäuses.

Was die Speicherdiagnose nicht leistet

  • Sie ist weniger gründlich als spezialisierte Testprogramme. Ein „keine Fehler“ ist keine Garantie, dass der RAM in Ordnung ist.
  • Sie testet nur den Arbeitsspeicher, nicht Prozessor, Mainboard oder Netzteil, die ähnliche Symptome verursachen können.
  • Sie zeigt bei einem Fehler nicht, welcher Riegel betroffen ist. Das musst du durch Einzeltests herausfinden.
  • Das Ergebnis erscheint nach dem Neustart nicht immer sichtbar. Ohne Blick in die Ereignisanzeige übersiehst du es leicht.
  • Bei Systemen, die gar nicht mehr starten, lässt sich die Diagnose nicht aufrufen. Dann hilft ein Test von einem USB-Stick.

Vorbereitung: Daten sichern und BIOS prüfen

Vor dem Test lohnt eine Sicherung wichtiger Daten, denn defekter RAM kann Dateien beschädigen, und der Test selbst ändert nichts, aber ein instabiles System sollte nicht zusätzlich belastet werden. Prüfe außerdem, ob im BIOS ein Übertaktungsprofil aktiv ist. Die Wege ins BIOS beschreibt BIOS und UEFI öffnen unter Windows 11.

Wenn es nicht klappt: typische Stolperfallen

mdsched.exe startet nicht

Prüfe, ob du den Befehl im Ausführen-Fenster richtig eingetippt hast, und starte die Diagnose alternativ über das Startmenü oder die Windows-Tools.

Der PC startet nicht in die Diagnose

Manche Systeme starten nach dem Neustart direkt in Windows. Wiederhole den Vorgang und achte darauf, „Jetzt neu starten“ zu wählen. Bei Schnellstart und Dual-Boot kann das Verhalten abweichen.

Das Ergebnis ist nirgends zu finden

Suche in der Ereignisanzeige unter „Windows-Protokolle“, „System“ nach der Quelle MemoryDiagnostics-Results. Der Eintrag erscheint erst nach dem nächsten Windows-Start.

Der Test hängt bei einem festen Prozentwert

Bei großem RAM wirkt der Fortschritt langsam. Warte mindestens eine halbe Stunde. Bleibt der Fortschrittsbalken dauerhaft stehen, kann ein Hardwareproblem vorliegen.

Die Diagnose findet nichts, aber der PC stürzt weiter ab

Prüfe weitere Ursachen: Treiber, Temperaturen, Netzteil und Datenträger. Eine Übersicht bietet PC friert ein oder stürzt ab.

Die Optionen mit F1 reagieren nicht

Drücke F1 während des laufenden Tests. Bei manchen Tastaturen, vor allem kabellosen, wird die Taste im Diagnosemodus nicht erkannt. Nimm dann eine USB-Tastatur mit Kabel.

Besonderheiten bei Laptops und verlötetem Speicher

Bei vielen Laptops ist der Arbeitsspeicher fest auf der Platine verlötet, und nur ein Teil lässt sich als Steckmodul tauschen. Dann kannst du Riegel nicht einzeln testen, und ein Defekt bedeutet unter Umständen eine Reparatur des Mainboards. Wenn dein Laptop einen freien Steckplatz hat: Teste den eingebauten und den nachgerüsteten Riegel einzeln. Wenn der Speicher komplett verlötet ist: Wende dich bei Fehlern an den Hersteller und nutze Garantie oder Gewährleistung. Hinweise zum Nachrüsten bietet Laptop aufrüsten: RAM und SSD tauschen.

Prüfe bei Laptops außerdem die Temperaturen und den Energiemodus. Ein Test im Akkubetrieb kann durch Energiesparfunktionen anders ablaufen als am Netzteil. Schließe das Netzteil an, damit der Test nicht unterbrochen wird.

Nach dem Test: Stabilität im Alltag beobachten

Auch ein bestandener Test bedeutet nicht, dass das Problem verschwunden ist. Beobachte den PC in den nächsten Tagen: Treten Abstürze nur unter Last auf, etwa beim Spielen oder Rendern, oder auch im Leerlauf? Notiere Zeit und Fehlermeldungen, denn sie helfen bei der weiteren Suche. Wenn Abstürze nur unter Last auftreten: Prüfe Temperaturen und Netzteil. Wenn sie zufällig auftreten: Bleibt RAM ein Hauptverdächtiger, und ein ausführlicher Test über mehrere Durchgänge ist sinnvoll. Bei seltenen Fehlern kann ein Test über Nacht mit mehreren Durchläufen Fehler sichtbar machen, die ein einzelner Durchgang übersieht.

Häufige Fragen

Wie starte ich die Windows-Speicherdiagnose?

Mit Windows-Taste + R, mdsched.exe eingeben und Enter drücken. Danach „Jetzt neu starten“ wählen.

Wo sehe ich das Ergebnis der Speicherdiagnose?

In der Ereignisanzeige unter „Windows-Protokolle“, „System“, Quelle „MemoryDiagnostics-Results“.

Wie lange dauert der RAM-Test?

Je nach Größe und Testmix zehn Minuten bis über eine Stunde. Bei „Erweitert“ und mehreren Durchgängen noch länger.

Reicht die Windows-Speicherdiagnose zum Prüfen des RAM?

Als erster Test ja. Für Zweifelsfälle empfiehlt sich ein ausführlicheres Programm wie MemTest86.

Kann defekter RAM einen Bluescreen auslösen?

Ja, defekter oder instabiler Arbeitsspeicher ist eine häufige Ursache für Bluescreens mit wechselnden Fehlercodes.

Soll ich nach einem Fehler den RAM sofort tauschen?

Teste zuerst ohne XMP, dann einzeln. Erst wenn ein Riegel allein Fehler zeigt, ist er die Ursache.

Erst testen, dann tauschen

Mit der Speicherdiagnose erkennst du grobe Fehler schnell. Wer sicher gehen will, kombiniert sie mit einem gründlichen Test und prüft Einstellungen im BIOS.

Zum PC-Konfigurator PC-Stresstest für CPU, GPU und RAM Bluescreen in Windows 11

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