Grafikkartenmarkt 2026: Nvidia 90 %, AMD 8 % und Preisrisiko
Nvidia 90, AMD 8, Intel 1 Prozent: Marktdaten für Q1 2026, ein unbestätigtes Radeon-Preisgerücht und was das für den Grafikkartenkauf bedeutet.
Grafikkartenmarkt 2026: Nvidia 90 Prozent, AMD 8 Prozent und was das für Käufer heißt
Nach Marktdaten für das erste Quartal 2026 dominiert Nvidia den Desktop-Markt mit 90 Prozent. Ein unbestätigtes Gerücht spricht zudem von höheren AMD-Einkaufspreisen. Was daraus für deinen Kauf folgt, steht hier. Deine Karte wählst du im PC-Konfigurator.
Wer 2026 eine Grafikkarte sucht, hört widersprüchliche Dinge: Der Markt sei leer gefegt, die Preise stiegen, AMD sei abgeschlagen. Wir stützen uns auf zwei PCGH-Berichte: einen vom 11.06.2026 zu Marktdaten von Jon Peddie Research (Q1 2026, über 3DCenter) und einen vom 20.06.2026 zu einem Preisgerücht um AMD-Grafikkarten. Der zweite Bericht ist ausdrücklich unbestätigt. Beide sind einige Monate alt, die Lage kann sich seither verändert haben. Wir haben keine eigenen Daten erhoben.
Die Marktdaten für Q1 2026
| Kennzahl | Wert (Q1 2026) | Hinweis |
|---|---|---|
| Desktop-Grafikchips an Boardpartner | 11,82 Mio. Stück | Vorquartal 11,9 Mio. |
| Marktanteil Nvidia (Desktop) | 90 % | seit fünf Quartalen über 90 % |
| Marktanteil AMD (Desktop) | 8 % | nach Datenkorrektur, vorher 5 % |
| Marktanteil Intel (Desktop) | 1 % | |
| Gesamtmarkt inkl. iGPU und Mobile: Intel | 55 % | Notebooks und Fertig-PCs dominieren |
| Gesamtmarkt: Nvidia / AMD | 25 % / 20 % |
Auffällig ist die Datenkorrektur: JPR hatte rund 400.000 Chips übersehen, fast alle von AMD, wodurch AMD für das vierte Quartal 2025 statt 5 Prozent nun ebenfalls 8 Prozent erhält. Der PCGH-Bericht nennt als Grund für die stabilen Stückzahlen, dass es keine Neuvorstellungen gab und die Speicherkrise läuft; vermutlich seien Lager vorgezogen aufgefüllt worden. Das ist eine Vermutung der Quelle. Der Anteil im Gesamtmarkt ist anders gelagert: Intel liegt wegen der integrierten Grafik in Notebooks und Fertig-PCs vorn, verliert aber, wenn weniger davon verkauft werden.
Das Preisgerücht um AMD
Am 20.06.2026 berichtete PCGH, AMD könnte die Vertragspreise für Bündel aus Grafikchip und Speicher an Boardpartner im dritten Quartal 2026 um mindestens 10 bis 15 Prozent erhöhen. Als Grund wird der steigende Preis für Grafikspeicher genannt. Die Meldung geht auf Gazlog zurück, das sich auf einen Beitrag in einem chinesischen Forum beruft; PCGH betont, dass sie unbestätigt ist und Zeitpunkt wie Höhe vorläufig sind. Die Erhöhung betrifft Bündelpreise der Partner und nicht direkt den Ladenpreis; der Effekt im Handel wird kleiner erwartet, könnte durch Partnermargen aber auch größer ausfallen.
- Der GDDR6-Spotpreis sei seit Sommer 2025 von 2,50 auf 7,50 US-Dollar pro Gigabyte gestiegen (Angabe von Gazlog).
- Nvidia habe seine Partner angeblich nicht über eine neue Preisrunde informiert.
- Ein Insider (Moore’s Law Is Dead) behauptet, die Radeon RX 9080 XT sei gestrichen; auch das ist unbestätigt.
- Die RX 9070 XT war zum Zeitpunkt des Berichts in Deutschland ab 630 Euro gelistet.
Ob sich das Gerücht bewahrheitet hat, wissen wir nicht. Ein aktueller Blick in den Preisvergleich zeigt es dir. Aktuelle Karten in der Preisklasse zwischen 300 und 500 Euro vergleicht RX 9070 GRE oder RX 9060 XT 16 GB.
Was 90 Prozent Nvidia für dich bedeuten
Ein so einseitiger Markt hat Folgen, die du beim Kauf berücksichtigen kannst (unsere Einschätzung):
- Spiele und Software sind in der Regel zuerst auf Nvidia optimiert. Das bedeutet nicht, dass AMD-Karten schlechter laufen, aber Features und Treiberanpassungen erscheinen manchmal später.
- Der Gebrauchtmarkt ist größer, weil mehr Nvidia-Karten verkauft wurden, siehe Gebrauchte Grafikkarte kaufen.
- Preisdruck durch Wettbewerb ist begrenzt. AMDs 8 Prozent lassen wenig Spielraum, Nvidia zu Preissenkungen zu zwingen.
- Intel mit 1 Prozent ist eine Randerscheinung im Desktop; einzelne Modelle können Nischen füllen, siehe Intel Arc B580 und CPU-Wahl.
Der Vergleich der beiden großen Hersteller steht in NVIDIA oder AMD 2026. Wer nur nach Preis-Leistung schaut, sollte den Marktanteil nicht als Qualitätsurteil lesen: Er sagt etwas über Verkäufe, nicht über die beste Karte für dich.
Zeitplan der nächsten Generation
Wer auf neue Karten wartet, findet in RDNA 5: Warten oder jetzt kaufen? die Roadmap-Lage. Der Bericht vom 11.06.2026 nennt außerdem die Vermutung von 3DCenter, dass AMDs RDNA 5 Synergien zwischen PC-Grafikchips und Konsolen-Chips nutzen soll, um gegenüber Nvidia konkurrenzfähig zu bleiben. Das ist Spekulation. Wie du allgemein zwischen Kaufen und Warten entscheidest, erklärt Jetzt kaufen oder warten?.
Praktische Kaufregeln für diesen Markt
- Lege Auflösung, Spiele und Budget fest, bevor du Preise vergleichst. Hinweise zur Wahl der Karte: Grafikkarte kaufen 2026.
- Prüfe die Speichermenge: 8 GB reichen nicht mehr überall, siehe Reichen 8 GB VRAM 2026 noch?. Mehr dazu: 16 oder 24 GB VRAM.
- Beobachte den Preis mehrere Wochen. Gerüchte über Erhöhungen sind kein Grund zum Panikkauf.
- Kaufe bei Händlern mit Rückgaberecht und meide Fake-Shops, siehe Fake-Shops erkennen.
- Rechne Netzteil und Platz mit ein, siehe Grafikkarte einbauen.
Wie du Marktanteile richtig liest
Marktanteile zählen Chips, die an Kartenhersteller geliefert werden, nicht verkaufte Karten im Laden. Zwischen Lieferung und Verkauf liegen Wochen bis Monate, und Lagerbestände verschieben die Zahlen. Deshalb vermutet PCGH bei den stabilen Stückzahlen im ersten Quartal vorgezogene Lagerbefüllung. Außerdem gibt es Korrekturen, wie die Neubewertung von AMDs Anteil zeigt. Ein einzelnes Quartal ist daher eine Momentaufnahme, kein Trend. Aussagekräftiger sind mehrere Quartale in Folge, und hier zeigt sich laut Bericht: Nvidia liegt seit fünf Quartalen über 90 Prozent.
Warum der Speicher die Preise treibt
Das Gerücht verweist auf steigende Preise für Grafikspeicher, die durch die Nachfrage aus dem KI-Bereich getrieben sein sollen. Dieselbe Entwicklung betrifft Arbeitsspeicher und SSDs, siehe RAM- und SSD-Preiskrise 2026. Für Grafikkarten heißt das: Karten mit viel Speicher werden tendenziell stärker verteuert als solche mit wenig (unsere Einschätzung aus der Kostenstruktur). Das erklärt, warum Hersteller bei der Speichergröße sparen und warum eine Entscheidung für mehr VRAM jetzt teurer ist als früher. Wie lange das so bleibt, ist offen, Prognosen sammelt Wann sinken die RAM-Preise?.
Fazit für die Praxis: Kaufe nach Bedarf und Budget, vergleiche Preise über Wochen und lass dich weder von Marktanteilen noch von Preisgerüchten treiben. Beide Quellen dieses Beitrags sind Momentaufnahmen aus dem Frühsommer 2026; ein aktueller Preisvergleich ist immer die bessere Grundlage.
Häufige Fragen
Wie groß ist AMDs Marktanteil bei Desktop-Grafikkarten?
Laut JPR (über PCGH, 11.06.2026) 8 Prozent im ersten Quartal 2026, nach einer Datenkorrektur.
Werden Radeon-Karten teurer?
Ein unbestätigtes Gerücht spricht von mindestens 10 bis 15 Prozent höheren Bündelpreisen im dritten Quartal 2026. Ob und wie stark das im Handel ankommt, ist offen.
Soll ich deshalb jetzt kaufen?
Nur, wenn du die Karte ohnehin brauchst. Ein Gerücht ersetzt keine Bedarfsprüfung.
Markt verstehen, gezielt kaufen
Preise beobachten, Bedarf klären und die Karte im Konfigurator mit dem Rest des PCs abstimmen.