NAT-Typ strikt: UPnP, Portfreigabe und Risiken beim Gaming
NAT-Typ strikt oder moderat? Was er bedeutet, wann UPnP oder gezielte Portfreigabe helfen, welche Risiken offen bleiben und wie du doppeltes NAT erkennst.
NAT-Typ strikt beim Zocken: Was er bedeutet, UPnP und Portfreigabe richtig einordnen
Moderat oder strikt, Typ 2 oder 3: Wer online spielt, stößt irgendwann auf den NAT-Typ. Wir erklären, was dahintersteckt, was UPnP und Portfreigabe ändern und welche Risiken du abwägen solltest. Deinen PC planst du im PC-Konfigurator.
Der NAT-Typ taucht vor allem bei Konsolen auf, betrifft aber jeden Rechner hinter einem Router. Wir stützen uns auf einen GIGA-Artikel von Robert Schanze, veröffentlicht am 22. November 2018 (im Oktober 2026 gelesen). Er ist damit fast acht Jahre alt und nennt kein Update-Datum; Menüpfade der Router sind inzwischen anders. Der Artikel behandelt außerdem keine Sicherheitsrisiken von UPnP oder offenen Ports. Diese Lücke füllen wir mit Einschätzungen, die als eigene Einschätzung markiert sind. Wir haben nichts an einem Router getestet.
Was NAT ist
Laut GIGA sind öffentliche IPv4-Adressen knapp, deshalb hat meist nur der Router eine öffentliche Adresse. Die Geräte im Heimnetz bekommen private Adressen. Der Router übersetzt die Adressen anhand von Portnummern; das ist NAT (Network Address Translation). Je nach eingestelltem NAT-Typ kann es bei Verbindungen zu anderen Spielern Probleme geben.
Die Bezeichnungen
| Plattform | Bezeichnungen laut GIGA |
|---|---|
| PlayStation | Typ 1, 2 und 3 |
| Xbox | „offen“, „moderat“ und „strikt“, entsprechend den Typen 1, 2 und 3 |
Eigene Kenntnis: Offen bedeutet, dass Verbindungen von außen leicht zustande kommen. Strikt bedeutet, dass dein Gerät vor allem dann mit anderen verbinden kann, wenn diese ihrerseits offen sind. Wer strikt ist, hat oft längere Wartezeiten in Lobbys oder kann manche Spieler nicht erreichen. Die genauen Regeln unterscheiden sich je nach Spiel und Plattform.
Warum der NAT-Typ strikt sein kann
Eigene Einschätzung: Häufige Gründe sind ein Router, der eingehende Verbindungen blockiert, ein Netzwerk hinter einem zweiten Router (doppeltes NAT), ein Provider-Anschluss mit gemeinsam genutzter Adresse oder eine Firewall, die Spielverbindungen filtert. Prüfe zuerst, ob hinter deinem Router ein weiterer Router oder ein Mesh-System sitzt. Dann hilft es nicht, am zweiten Gerät Ports zu öffnen, wenn das erste weiter blockiert.
Lösungsweg 1: UPnP aktivieren
GIGA beschreibt, dass du die Router-Oberfläche öffnest, den Menüpunkt für Netzwerkoptionen suchst, „UPnP aktivieren“ einschaltest und speicherst. Die Menüs variieren je nach Router. Bei Fritzboxen nennt der Artikel zwei Einstellungen: Statusinformationen über UPnP übertragen (unter Heimnetz) und die Erlaubnis, Sicherheitseinstellungen über UPnP zu ändern (unter Internet, Freigaben, Portfreigaben). Die Pfade stammen von 2018; prüfe sie in deiner Oberfläche.
Eigene Einschätzung zu UPnP: Das Verfahren erlaubt Programmen im Heimnetz, selbst Ports am Router zu öffnen. Das ist bequem, aber du hast keine Kontrolle darüber, welches Programm das tut. Wenn du UPnP aktivierst, sieh dir regelmäßig die Liste der geöffneten Ports an und schalte UPnP wieder aus, wenn du es nicht brauchst.
Lösungsweg 2: Ports gezielt freigeben
Der Artikel nennt als zweiten Weg die Portfreigabe und verweist für Details auf eine eigene Anleitung. Welche Ports ein Spiel braucht, nennt der Hersteller des Spiels oder der Plattform in seiner Hilfe; konkrete Zahlen nennt GIGA nicht, und wir erfinden keine. Der Vorteil gegenüber UPnP ist die Kontrolle: Du öffnest nur, was nötig ist, und nur für das eine Gerät.
Eigene Einschätzung: Gib Ports nur für ein Gerät mit fester Adresse frei. Dokumentiere, was du geöffnet hast, und schließe die Ports wieder, wenn das Spiel nicht mehr genutzt wird. Eine Freigabe für „alle Ports“ (oft „Exposed Host“ oder „DMZ“ genannt) ist keine Lösung, sondern ein Sicherheitsrisiko.
Wann sich der Aufwand lohnt
- Du hörst von Mitspielern, dass sie dich nicht erreichen oder dass die Lobby lange sucht.
- Dein Spiel zeigt eine Warnung zur Verbindung oder zum NAT-Typ.
- Voice-Chat oder Matchmaking funktionieren nur manchmal.
- Du hostest selbst und Freunde kommen nicht in dein Spiel.
Für Spiele ohne Peer-to-Peer-Verbindung, die über zentrale Server laufen, spielt der NAT-Typ oft eine kleinere Rolle (eigene Kenntnis). Prüfe zuerst, ob wirklich das NAT das Problem ist und nicht WLAN oder Leitungsqualität; hilfreich ist der Beitrag Gaming-Netzwerk: LAN statt WLAN.
Ein Blick auf die Alternativen und IPv6
Eigene Einschätzung: Wenn dein Anschluss IPv6 nutzt, entfällt ein Teil der NAT-Probleme, weil dort jedes Gerät eine eigene Adresse hat. Dafür greift dann die Firewall des Routers. Ob dein Anschluss und das Spiel IPv6 verwenden, zeigen die Router-Übersicht und die Spielehilfe. Wir haben das nicht nachgeprüft.
Die Firewall nicht vergessen
Selbst wenn der Router offen ist, kann die Windows-Firewall eine Verbindung blockieren. Spiele fragen beim ersten Start oft nach Freigabe; wer diese Meldung wegklickt, hat später Probleme. Mehr dazu in Reicht der Microsoft Defender? und im Beitrag zur Windows-Firewall in diesem Blog, sobald er online ist.
Beispiel: Lobby bleibt leer (angenommen)
Angenommen, du spielst auf einer Konsole, siehst „NAT-Typ 3“ und findest kaum Mitspieler. Du prüfst, ob hinter deinem Router ein zweiter hängt: Es ist ein altes Gerät vom Provider. Du schaltest das zweite Gerät in den Bridge-Modus oder stellst auf einen Router um. Dann aktivierst du UPnP testweise und prüfst den NAT-Typ erneut. Wird er besser, entscheidest du, ob du UPnP behältst oder stattdessen gezielt Ports freigibst. Das Beispiel ist erdacht.
Checkliste
- Ist hinter dem Router ein zweiter Router oder ein Mesh-System?
- Hat das Gerät eine feste Adresse im Heimnetz?
- UPnP testweise aktiviert, danach NAT-Typ geprüft?
- Ports nur für dieses Gerät und nur nach Herstellerangaben geöffnet?
- Keine „DMZ“-Freigabe verwendet?
- Windows-Firewall hat das Spiel zugelassen?
- Nach dem Test: UPnP und Freigaben bewusst behalten oder ausgeschaltet?
Grenzen dieses Beitrags
- Die Quelle ist von 2018 und enthält keine konkreten Ports und keine Sicherheitsbewertung.
- Router-Menüs und Spielregeln haben sich seither geändert.
- Alles zu Risiken und IPv6 ist eigene Einschätzung.
- Wir haben nichts an einem Router oder Spiel getestet.
Doppeltes NAT erkennen (eigene Einschätzung)
Ein einfacher Hinweis auf doppeltes NAT: Die Router-Oberfläche zeigt als Internet-Adresse eine private Adresse, etwa aus den Bereichen 192.168 oder 10, statt einer öffentlichen. Das deutet darauf, dass vor deinem Router noch ein weiteres Gerät sitzt. Dann liegt die Lösung meist im Bridge-Modus des vorgelagerten Geräts oder beim Provider, nicht in einer Portfreigabe.
Häufige Fragen
Ist NAT-Typ strikt immer schlecht?
Nicht immer. Bei Spielen mit zentralen Servern merkst du es oft kaum, bei Peer-to-Peer-Spielen eher (eigene Kenntnis).
Ist UPnP gefährlich?
GIGA behandelt das nicht. Nach eigener Einschätzung öffnet UPnP Ports automatisch; du solltest es bewusst einsetzen und kontrollieren.
Was ist besser, UPnP oder Portfreigabe?
Die Portfreigabe gibt dir mehr Kontrolle, UPnP mehr Bequemlichkeit.
Erst Ursache finden, dann Ports öffnen
Doppeltes NAT und WLAN lösen mehr Fälle als jede Portfreigabe.
Zum PC-Konfigurator Gaming-Netzwerk: LAN vs. WLAN LAN-Kabel im Vergleich