PC Health Check: So prüfst du den Zustand deines PCs
Der PC Health Check zeigt in zehn Minuten, ob dein Rechner gesund ist: Windows-11-Test, SSD, Arbeitsspeicher, Temperaturen und Treiber im Schnellcheck.
Direkt ausprobieren: Wie viel Leistung steckt in deinem PC?
Der PC Health Check zeigt dir, ob dein System gesund ist. Wie schnell es ist, misst du mit unserem kostenlosen FPS-Rechner und dem Bottleneck-Check.
Dein PC ist langsamer geworden, startet träge oder stürzt gelegentlich ab? Dann hilft ein PC Health Check: eine kurze, systematische Prüfung, die zeigt, in welchem Zustand Hardware und Windows wirklich sind. Der Begriff hat zwei Bedeutungen. Zum einen gibt es die kostenlose Microsoft-App „PC Health Check“ (in der deutschen Oberfläche „PC-Integritätsprüfung“), die vor allem die Windows-11-Tauglichkeit prüft. Zum anderen meinen viele damit einen allgemeinen Gesundheitscheck für den eigenen Rechner. In diesem Ratgeber bekommst du beides: die Kompatibilitätsprüfung und einen Zustandscheck, den du in etwa zehn Minuten ohne Spezialwissen durchführen kannst.
Was ein PC Health Check leistet und was nicht
Ein Gesundheitscheck beantwortet drei Fragen. Läuft der PC stabil? Ist die Hardware in Ordnung, vor allem SSD, Arbeitsspeicher und Kühlung? Und ist Windows sauber, also frei von beschädigten Systemdateien, veralteten Treibern und Autostart-Ballast? Ein Check ersetzt keinen Leistungstest. Er sagt dir nicht, wie viele Bilder pro Sekunde dein Rechner in einem bestimmten Spiel schafft, sondern ob die Basis dafür stimmt.
Praktisch ist das aus einem einfachen Grund: Die meisten „Mein PC ist langsam“-Probleme haben keine teure Ursache. Sehr häufig sind es ein fast voller Datenträger, zu viele Programme beim Start, ein überhitzender Prozessor oder ein veralteter Grafiktreiber. Wer zuerst prüft, spart sich oft ein unnötiges Upgrade.
Windows-11-Kompatibilität mit dem PC Health Check prüfen
Das offizielle Microsoft-Tool zeigt dir mit einem Klick, ob dein Rechner für Windows 11 geeignet ist. Das reguläre Support-Ende von Windows 10 war der 14. Oktober 2025. Wer noch Windows 10 nutzt, sollte deshalb prüfen, ob der PC wechseln kann. Den aktuellen Stand zu Sonderprogrammen für Sicherheitsupdates findest du auf den Seiten von Microsoft.
So gehst du vor:
- Lade die App „PC Health Check“ von der Microsoft-Seite herunter und installiere sie.
- Starte die App und klicke bei „Windows 11 Einführung“ auf Jetzt überprüfen.
- Das Tool nennt dir das Ergebnis und bei einem Nein die Gründe, zum Beispiel „TPM 2.0 muss auf diesem PC aktiviert sein“.
Windows 11 verlangt unter anderem einen 64-Bit-Prozessor mit mindestens zwei Kernen auf der Kompatibilitätsliste von Microsoft, 4 GB Arbeitsspeicher, 64 GB Speicherplatz, UEFI mit Secure Boot, einen TPM-2.0-Baustein und eine DirectX-12-fähige Grafikkarte. Grob gilt: Intel-Prozessoren ab der 8. Generation und AMD Ryzen ab der 2000er-Serie sind in der Regel dabei. Verbindlich ist aber immer die offizielle Liste.
Die zwei häufigsten Stolpersteine lassen sich oft beheben:
- TPM 2.0 fehlt oder ist ausgeschaltet. Drücke Windows + R, gib tpm.msc ein und sieh nach, ob ein TPM gemeldet wird. Moderne Mainboards haben es eingebaut, es ist aber manchmal im BIOS deaktiviert. Bei AMD heißt die Option meist fTPM, bei Intel PTT.
- Secure Boot ist aus oder das System startet im alten Modus. Mit msinfo32 siehst du unter „BIOS-Modus“, ob UEFI aktiv ist, und unter „Sicherer Startzustand“, ob Secure Boot läuft. Beides stellst du im BIOS ein. Wie du dort vorgehst, erklären wir in unserem Artikel BIOS richtig einstellen.
Ändere BIOS-Einstellungen erst, wenn du eine Sicherung deiner wichtigen Dateien hast. Besonders beim Wechsel des Startmodus kann ein System sonst nicht mehr starten.
Der Zustandscheck in zehn Minuten
Mit diesen acht Schritten bekommst du ein belastbares Bild vom Zustand deines Systems. Du brauchst nur Windows-Bordmittel und ein kostenloses Programm für die SSD.
1. Auslastung im Task-Manager ansehen
Öffne den Task-Manager mit Strg + Umschalt + Esc und wechsle zu „Leistung“. Im Leerlauf sollten Prozessor und Datenträger kaum ausgelastet sein. Zeigt der Datenträger dauerhaft hohe Werte oder ist der Arbeitsspeicher schon ohne Programme fast voll, ist das der erste Hinweis auf Ballast oder zu wenig RAM.
2. Freien Speicherplatz prüfen
Windows braucht auf dem Systemlaufwerk Platz zum Arbeiten. Als Faustregel sollten mindestens 15 bis 20 Prozent frei sein. Ist die SSD fast voll, werden Updates, Auslagerungsdatei und Schreibvorgänge spürbar zäher. Wie viel Speicher ein Gaming-PC sinnvoll braucht, steht in SSD-Speicher richtig planen.
3. SSD-Gesundheit auslesen
Moderne Laufwerke melden ihren Zustand über S.M.A.R.T. Das kostenlose Programm CrystalDiskInfo zeigt dir den Gesamtzustand als „Gut“, „Warnung“ oder „Schlecht“. Bei NVMe-SSDs achtest du zusätzlich auf „Verfügbare Reserve“ und den Wert für die bereits verbrauchte Lebensdauer. Steht dort „Warnung“, sichere sofort deine Daten und plane einen Ersatz. Hilfe bei der Auswahl gibt dir NVMe vs. SATA SSD.
4. Systemdateien reparieren
Öffne die Eingabeaufforderung als Administrator und führe nacheinander sfc /scannow und DISM /Online /Cleanup-Image /RestoreHealth aus. Beide Befehle suchen nach beschädigten Windows-Dateien und reparieren sie. Das dauert einige Minuten und schadet nie. Anschließend kannst du mit chkdsk C: /scan das Dateisystem prüfen.
5. Arbeitsspeicher testen
Defekter RAM verursacht zufällige Abstürze und Bluescreens. Starte mdsched.exe für die Windows-Speicherdiagnose, die nach einem Neustart läuft. Gründlicher ist das kostenlose MemTest86, das du von einem USB-Stick startest. Fehler sind immer ein Warnsignal. Dann tausche testweise Module oder prüfe, ob das Speicherprofil im BIOS zu aggressiv eingestellt ist.
6. Treiber und Windows-Updates kontrollieren
Öffne den Geräte-Manager mit Windows + R und devmgmt.msc. Ein gelbes Ausrufezeichen steht für ein Gerät ohne funktionierenden Treiber. Installiere den Grafiktreiber direkt beim Hersteller und halte Chipsatz- und Netzwerktreiber aktuell. Prüfe außerdem unter „Windows Update“, ob Aktualisierungen offen sind.
7. Autostart aufräumen
Im Task-Manager findest du den Bereich „Autostart-Apps“. Deaktiviere Programme, die nicht sofort beim Anmelden laufen müssen, etwa Launcher, Updater und Chat-Programme. Das verkürzt die Startzeit, ohne dass du etwas deinstallierst.
8. Zuverlässigkeitsverlauf und Ereignisanzeige lesen
Mit perfmon /rel öffnest du den Zuverlässigkeitsverlauf. Er zeigt auf einer Zeitachse, wann Programme abgestürzt sind oder Windows Fehler gemeldet hat. In der Ereignisanzeige (eventvwr.msc) findest du unter „Windows-Protokolle“ und „System“ die Details. Taucht dort mehrfach „Kernel-Power“ mit der Ereignis-ID 41 auf, wurde der PC unerwartet ausgeschaltet. Das deutet auf Netzteil, Überhitzung oder Stromversorgung hin. Mehr zur Ursachensuche findest du in PC friert ein oder stürzt ab und in der PC-Fehlerdiagnose-Checkliste.
Temperaturen und Staub im Blick behalten
Ein Health Check ist unvollständig ohne einen Blick auf die Hitze. Programme wie HWiNFO oder Core Temp zeigen dir Prozessor- und Grafikkartentemperatur live an. Beobachte zwei Dinge: Wie warm wird der PC im Leerlauf, und wie schnell steigen die Werte unter Last auf die Drosselgrenze? Drosselt ein Bauteil, senkt es seine Taktrate, und der PC wird spürbar langsamer, obwohl nichts defekt ist.
Die häufigsten Ursachen für zu hohe Temperaturen sind Staub in Lüftern und Filtern, eingetrocknete Wärmeleitpaste und ein zu enges Gehäuse ohne Luftstrom. Gegen Staub hilft regelmäßiges Reinigen, wie in PC reinigen und warten beschrieben. Bei älteren Rechnern lohnt ein Blick auf Wärmeleitpaste richtig auftragen, und wer Hitze und Lautstärke senken will, findet in Undervolting 2026 einen sicheren Weg.
Leistung einordnen: FPS-Rechner und Bottleneck-Check
Ist die Basis gesund, kommt die Leistungsfrage. Die entscheidet sich fast immer an der Kombination aus Prozessor und Grafikkarte. Bremst der Prozessor die Grafikkarte aus (oder umgekehrt), spricht man von einem Bottleneck. Welches Bauteil bei dir zuerst an die Grenze kommt, siehst du im Bottleneck-Rechner. Wie viele Bilder pro Sekunde in einem bestimmten Spiel realistisch sind, zeigt der FPS-Rechner. Eine ausführliche Einordnung findest du außerdem in PC-Leistung bewerten und in Wie viel FPS bekomme ich?.
Wer außerdem das Betriebssystem für Spiele trimmen will, bekommt in Windows 11 für Gaming optimieren die wichtigsten Einstellungen.
Befund auswerten: Was du bei welchem Ergebnis tun solltest
| Befund | Wahrscheinliche Ursache | Maßnahme |
|---|---|---|
| Datenträger fast voll | Zu viele Spiele, Downloads, Temp-Dateien | Aufräumen oder größere SSD einbauen |
| SSD meldet „Warnung“ | Lebensdauer verbraucht oder Defekt | Sofort sichern, SSD ersetzen |
| RAM-Test meldet Fehler | Defektes Modul oder zu aggressives Profil | Module einzeln testen, Profil im BIOS zurücknehmen |
| Temperatur steigt schnell auf die Drosselgrenze | Staub, alte Paste, schwacher Luftstrom | Reinigen, Paste erneuern, Lüfter prüfen |
| Windows-11-Check schlägt fehl (TPM, Secure Boot) | Funktion im BIOS aus | fTPM/PTT und Secure Boot aktivieren |
| Check bestanden, aber Spiele ruckeln | Bottleneck oder zu schwache Grafikkarte | Bottleneck-Rechner nutzen, gezielt aufrüsten |
Reinigen, reparieren oder aufrüsten?
Eine einfache Reihenfolge verhindert Fehlkäufe. Beginne immer mit den kostenlosen Maßnahmen: Autostart aufräumen, Treiber aktualisieren, Staub entfernen, Speicherplatz freigeben. Bringt das nicht genug, prüfe, ob ein einzelnes Bauteil der Engpass ist. Meist reicht dann ein gezieltes Upgrade, etwa eine SSD, mehr Arbeitsspeicher oder eine neue Grafikkarte, statt eines kompletten Neukaufs. Eine geordnete Liste dafür bietet die PC-Upgrade-Checkliste.
Wenn mehrere Bauteile gleichzeitig am Ende sind, zum Beispiel ein alter Prozessor auf einem Mainboard, das keine neuen Chips mehr annimmt, ist ein Neuaufbau oft die vernünftigere Lösung. Welche Teile dann zusammenpassen und was sie kosten, planst du im PC-Konfigurator.
Häufige Fragen zum PC Health Check
Ist die Microsoft-App PC Health Check kostenlos?
Ja. Sie kommt direkt von Microsoft und kostet nichts. Lade sie nur von der offiziellen Microsoft-Seite herunter.
Wie oft sollte ich meinen PC prüfen?
Alle drei bis sechs Monate reicht für die meisten Nutzer. Sofort prüfen solltest du bei Abstürzen, plötzlicher Langsamkeit oder merkwürdigen Geräuschen.
Was mache ich, wenn der Check „TPM 2.0 fehlt“ meldet?
Sieh zuerst im BIOS nach, ob fTPM (AMD) oder PTT (Intel) ausgeschaltet ist. Sehr alte Mainboards haben keinen entsprechenden Baustein. Dann hilft nur ein neues Mainboard oder der Verbleib bei Windows 10 mit den Einschränkungen beim Support.
Reicht der PC Health Check, um die Spieleleistung zu beurteilen?
Nein. Er prüft Zustand und Kompatibilität. Für die Leistung nutzt du den FPS-Rechner und den Bottleneck-Check.
Woran erkenne ich, dass meine SSD bald ausfällt?
Typische Zeichen sind eine S.M.A.R.T.-Warnung, ungewöhnlich lange Ladezeiten, Dateifehler und zufällige Abstürze. Verlass dich nicht nur auf Symptome, sondern lies regelmäßig den Zustand mit CrystalDiskInfo aus und halte eine Datensicherung bereit.
Kann ein Health Check Schäden verursachen?
Die hier beschriebenen Prüfungen sind lesend oder reparierend und gelten als unkritisch. Riskanter sind BIOS-Änderungen. Ändere dort nur, was du verstehst, und sichere vorher deine Daten.
Fazit: Erst prüfen, dann investieren
Ein regelmäßiger PC Health Check kostet dich zehn Minuten und bewahrt dich vor Fehlkäufen und Datenverlust. Prüfe zuerst die Windows-11-Tauglichkeit, lies dann Speicher, Temperaturen und Systemdateien aus und ordne am Ende die Leistung ein. So weißt du genau, ob dein Rechner nur etwas Pflege braucht oder wirklich ein Upgrade.
Dein PC ist gesund, aber noch zu langsam?
Plane das passende Upgrade, bevor du Geld ausgibst: mit Kompatibilitätsprüfung und Leistungsabschätzung.
Zum PC-Konfigurator FPS-Rechner Bottleneck-Check Fehlerdiagnose-Checkliste