Wake-on-LAN einrichten: PC im Netzwerk einschalten
Wake-on-LAN einrichten: BIOS-Optionen, Netzwerkkarte in Windows 11 einstellen, Magic Packet senden und typische Fehler wie ErP oder Schnellstart beheben.
Wake-on-LAN einrichten: PC im Heimnetz per Netzwerk einschalten
Mit Wake-on-LAN weckst du einen ausgeschalteten oder schlafenden PC aus dem lokalen Netzwerk. Dafür müssen BIOS, Netzwerkkarte und Windows zusammenspielen.
Du sitzt im Wohnzimmer, brauchst eine Datei vom Rechner im Arbeitszimmer und willst nicht extra aufstehen. Genau dafür gibt es Wake-on-LAN, kurz WoL. Ein spezielles Datenpaket schaltet den PC ein, ohne dass jemand den Einschaltknopf drückt. Die Technik ist alt und zuverlässig, scheitert in der Praxis aber oft an einer von drei Einstellungen. Dieser Ratgeber führt dich durch alle Stellen.
Wie Wake-on-LAN funktioniert
Auch im ausgeschalteten Zustand bleibt die Netzwerkkarte mit einer kleinen Standby-Spannung versorgt und lauscht auf Datenpakete. Das sogenannte Magic Packet enthält die MAC-Adresse der Netzwerkkarte, mehrfach hintereinander wiederholt. Erkennt die Karte ihre eigene Adresse, signalisiert sie dem Mainboard, den PC zu starten. Das Paket wird meist per UDP an den Broadcast-Bereich deines Heimnetzes gesendet, häufig auf Port 7 oder 9.
- Der PC muss per Kabel (Ethernet) am Router hängen. WLAN eignet sich in der Regel nicht, weil die Funkkarte im ausgeschalteten Zustand nicht verbunden ist.
- Der Absender befindet sich im selben Netzwerk, zum Beispiel ein Smartphone im WLAN.
- Du brauchst die MAC-Adresse des Ziel-PCs.
Schritt 1: MAC-Adresse herausfinden
- Öffne die Eingabeaufforderung über die Windows-Suche.
- Gib „ipconfig /all“ ein und bestätige mit Enter.
- Suche den Abschnitt deines Ethernet-Adapters und notiere die „Physische Adresse“. Sie besteht aus sechs Zweiergruppen, zum Beispiel AA-BB-CC-DD-EE-FF.
Eine Einführung in die wichtigsten Befehle findest du im Beitrag zu den CMD-Befehlen für Einsteiger. Die Adresse brauchst du später in der App oder dem Programm, das das Paket sendet.
Schritt 2: Wake-on-LAN im BIOS aktivieren
Starte den PC neu und rufe das BIOS oder UEFI mit der vom Hersteller angegebenen Taste auf, meist Entf oder F2. Die Bezeichnung der Option unterscheidet sich je nach Mainboard. Typische Namen sind „Wake on LAN“, „Power On By PCI-E“, „Wake on PCIE/PCI“ oder „Resume by LAN“.
- Aktiviere die passende Option.
- Deaktiviere, falls vorhanden, „ErP Ready“ oder „EuP“. Diese Stromsparfunktion schaltet die Standby-Spannung der Netzwerkkarte ab, wodurch der PC aus dem ausgeschalteten Zustand nicht mehr aufwachen kann.
- Speichere die Einstellung und starte Windows.
Wie du ins BIOS kommst und was du dort beachten solltest, beschreibt der Beitrag BIOS-Update durchführen in Grundzügen. Ändere sonst nichts, was du nicht kennst.
Schritt 3: Netzwerkkarte in Windows einstellen
- Öffne mit Windows + X den Geräte-Manager.
- Erweitere „Netzwerkadapter“ und öffne per Doppelklick deine Ethernet-Karte.
- Wechsle zum Reiter „Energieverwaltung“ und setze die Häkchen bei „Gerät kann den Computer aus dem Ruhezustand aktivieren“ und „Nur Magic Packet kann den Computer aus dem Ruhezustand aktivieren“.
- Prüfe auf dem Reiter „Erweitert“ die Einträge „Wake on Magic Packet“ und „Wake on Pattern Match“. Magic Packet sollte aktiviert sein.
- Bestätige mit OK.
Der zweite Haken ist wichtig. Ohne ihn kann jedes beliebige Netzwerkpaket den PC wecken, und er startet unerwartet mitten in der Nacht.
Schritt 4: Schnellstart beachten
Der Windows-Schnellstart versetzt den PC beim Herunterfahren in einen hybriden Ruhezustand. Bei manchen Systemen verhindert das den Wake-on-LAN-Start aus dem Zustand „Heruntergefahren“. Schläft der PC zwar auf Wunsch, startet aber nach dem Herunterfahren nicht, deaktiviere den Schnellstart testweise in den Energieoptionen unter „Auswählen, was beim Drücken von Netzschaltern geschehen soll“. Entscheidend ist, dass die Netzwerkkarte dadurch manchmal in einen Zustand gerät, in dem sie nicht mehr auf Pakete lauscht.
Schritt 5: Magic Packet senden
Jetzt brauchst du einen Absender. Es gibt kostenlose Apps für Smartphones und Programme für den PC, in die du die MAC-Adresse und die Broadcast-Adresse deines Netzes einträgst. Viele Router, darunter die FRITZ!Box, bieten die Funktion auch in der Benutzeroberfläche an: Du wählst das Gerät in der Heimnetzübersicht und aktivierst die Option zum Aufwecken. Teste zuerst mit einem Gerät im selben Netz, bevor du an Fernzugriff denkst.
| Symptom | Mögliche Ursache | Lösung |
|---|---|---|
| PC startet nie | WoL im BIOS aus, ErP aktiv | BIOS-Optionen prüfen |
| Funktioniert nur aus dem Standby | Schnellstart, Netzteil-Standbystrom | Schnellstart testweise ausschalten |
| Startet ungewollt | Pattern Match erlaubt | Nur Magic Packet zulassen |
| Funktioniert nicht im WLAN | Funkkarte nicht aktiv | Per Kabel anschließen |
| Fernzugriff scheitert | Broadcast gelangt nicht aus dem Internet | VPN ins Heimnetz nutzen |
Wake-on-LAN von außerhalb des Heimnetzes
Aus dem Internet erreicht ein Magic Packet den PC nicht ohne Weiteres, denn Router leiten Broadcasts nicht weiter. Die sichere Lösung ist ein VPN in dein Heimnetz: Du verbindest dich zuerst per VPN mit dem Router und sendest das Paket dann aus dem Heimnetz. Öffne dafür keine Ports ungeschützt ins Internet. Ein Dauerbetrieb eines kleinen Servers kann sinnvoller sein, wenn du ständig auf Daten zugreifst. Eine Einordnung liefert der Beitrag NAS und Heimserver.
Sicherheit und Stromverbrauch
- Wake-on-LAN schaltet nur ein. Zugang erhält niemand ohne Anmeldung am PC.
- Im Heimnetz ist das Risiko gering, weil das Paket nur im lokalen Netz funktioniert. Schütze das WLAN mit einem starken Passwort.
- Der Standby-Verbrauch der Netzwerkkarte ist niedrig, aber nicht null. Wenn du die Funktion nicht brauchst, schalte sie wieder ab.
- Nutze für zeitgesteuerte Starts besser die BIOS-Funktion „Power On by RTC“, falls vorhanden.
Checkliste
- Ethernet-Kabel angeschlossen?
- MAC-Adresse notiert?
- WoL im BIOS aktiviert, ErP deaktiviert?
- Geräte-Manager: Magic Packet eingestellt?
- Schnellstart bei Bedarf deaktiviert?
- Absender im selben Netz getestet?
Wenn der PC trotzdem nicht aufwacht
Gehe die Kette von hinten nach vorn durch. Leuchtet die Kontrollleuchte der Netzwerkbuchse am ausgeschalteten PC? Wenn ja, erhält die Karte Standby-Spannung, und das Problem liegt eher bei Einstellungen oder beim Absender. Bleibt sie dunkel, ist im BIOS meist die Standby-Versorgung der Karte abgeschaltet oder das Netzwerkkabel nicht richtig verbunden.
Prüfe außerdem, ob die MAC-Adresse stimmt und ob du die Broadcast-Adresse deines Netzes verwendest, zum Beispiel 192.168.178.255 bei einem Netz im Bereich 192.168.178.x. Ein Absender in einem anderen Netz, etwa einem Gastnetz, erreicht den PC nicht. Aktualisiere bei hartnäckigen Fällen den Netzwerktreiber des Mainboard-Herstellers.
Häufige Fragen
Geht Wake-on-LAN auch über WLAN?
Meist nicht. Es gibt Sonderfälle mit WLAN-Karten, die Wake-on-Wireless unterstützen, doch die Verlässlichkeit ist deutlich geringer als per Kabel.
Warum wacht der PC aus dem Standby auf, aber nicht aus dem Aus?
Häufig sind ErP im BIOS oder der Schnellstart die Ursache. Prüfe beide Einstellungen.
Brauche ich eine spezielle Netzwerkkarte?
Nein. Praktisch alle Ethernet-Chips auf Mainboards unterstützen Wake-on-LAN. Ein Blick ins Handbuch bringt Gewissheit.
Kann ich den PC auch per Smartphone wecken?
Ja, mit einer Wake-on-LAN-App im selben WLAN oder über die Heimnetzoberfläche deines Routers.
PC einschalten ohne Aufstehen
Mit drei Häkchen in BIOS und Windows startet dein Rechner auf Kommando aus dem Netzwerk.
Zum PC-Konfigurator NAS und Heimserver BIOS-Update durchführen
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei die erste Person, die etwas zu diesem Beitrag schreibt.
Schreibe einen Kommentar
Zum Kommentieren benötigst du ein kostenloses Konto. Registriere dich einfach und bestätige deine E-Mail-Adresse über den zugesendeten Link. Anschließend kannst du direkt hier mitdiskutieren.