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Linux unter Windows 11: WSL installieren und einrichten

WSL unter Windows 11 installieren: Linux mit einem Befehl einrichten, Dateien austauschen, Ressourcen begrenzen, Distributionen sichern und Probleme lösen.

📅 22.10.2026 ⏱ 6 Min. Lesezeit 📝 1,073 Wörter
PC Hardware Ratgeber
CNW Performance Lab 👁 1 Aufrufe

Linux unter Windows 11: WSL installieren und einrichten

Mit dem Windows-Subsystem für Linux nutzt du Linux-Werkzeuge direkt unter Windows, ohne eine eigene virtuelle Maschine oder Dual-Boot einzurichten.

Viele Entwicklungswerkzeuge, Skripte und Anleitungen setzen Linux voraus. Statt dafür einen zweiten PC oder eine Dual-Boot-Installation zu nutzen, bietet Windows 11 das Windows-Subsystem für Linux, kurz WSL. Es läuft neben Windows, startet in Sekunden und lässt sich mit einem Befehl installieren. Dieser Ratgeber zeigt Einrichtung, Grundlagen und typische Stolperfallen.

Was WSL ist und was nicht

WSL führt eine echte Linux-Umgebung in einer schlanken virtuellen Umgebung aus, die Windows verwaltet. WSL 2 nutzt einen eigenen Linux-Kernel. Du arbeitest in einem Terminal, kannst Pakete installieren, Skripte ausführen und Entwicklerwerkzeuge verwenden. Moderne Windows-Versionen unterstützen außerdem Linux-Programme mit grafischer Oberfläche. WSL ist kein Ersatz für ein vollständig installiertes Linux-System auf dem Rechner, wenn du die gesamte Hardware nativ ausreizen willst.

VarianteEignungAufwand
WSLEntwicklung, Skripte, KommandozeilenwerkzeugeGering
Virtuelle MaschineKomplettes System mit eigener Oberfläche testenMittel
Dual-BootVolle Hardwareleistung, Linux als HauptsystemHöher, Partitionierung nötig
Live-System vom USB-StickLinux ausprobieren ohne InstallationGering

Weitere Wege zu Linux zeigt der Beitrag Linux statt Windows: Umstieg im Alltag und, wenn du beide Systeme parallel installieren willst, Dual-Boot mit Windows 11 und Linux.

Voraussetzungen

  • Windows 11 in der Home-, Pro- oder einer anderen Ausgabe. WSL steht in allen zur Verfügung.
  • Aktivierte Virtualisierung im BIOS oder UEFI. Meist ist sie bei modernen PCs bereits eingeschaltet. Im Task-Manager unter „Leistung“, „CPU“ steht „Virtualisierung: Aktiviert“.
  • Genug freier Speicherplatz auf dem Systemlaufwerk für die Linux-Distribution.
  • Ein Administratorkonto für die Installation.

Ist die Virtualisierung deaktiviert, aktivierst du sie im BIOS. Eine Einführung in das BIOS bietet der Beitrag BIOS-Update durchführen.

Installation in einem Schritt

  1. Öffne mit Windows + X das „Terminal (Administrator)“.
  2. Gib den Befehl „wsl --install“ ein und bestätige mit Enter.
  3. Windows aktiviert die benötigten Funktionen und lädt standardmäßig Ubuntu.
  4. Starte den PC neu, wenn Windows dazu auffordert.
  5. Nach dem Neustart öffnet sich ein Fenster der Distribution. Lege einen Benutzernamen und ein Passwort für Linux fest. Sie sind unabhängig von deinem Windows-Konto.

Mit „wsl --list --online“ zeigst du verfügbare Distributionen an. Eine bestimmte installierst du mit „wsl --install -d“ gefolgt vom Namen. Mit „wsl -l -v“ siehst du installierte Distributionen und ihre WSL-Version.

Die ersten Schritte in Linux

  • Starte die Distribution über das Startmenü oder tippe „wsl“ im Terminal.
  • Aktualisiere die Paketquellen und installierte Pakete mit den Befehlen „sudo apt update“ und „sudo apt upgrade“ (bei Ubuntu und Debian).
  • Installiere Werkzeuge mit „sudo apt install Paketname“.
  • Wechsle mit „cd“ in Ordner und liste Inhalte mit „ls“.
  • Beende die Sitzung mit „exit“.

Dateien zwischen Windows und Linux

AufgabeWeg
Windows-Laufwerke in LinuxUnter /mnt/c für Laufwerk C:
Linux-Dateien in WindowsIm Explorer über den Eintrag „Linux“ oder den Pfad \\wsl.localhost
Aktuellen Ordner im Explorer öffnenBefehl „explorer.exe .“ in der Linux-Shell
Linux-Befehl aus Windows„wsl Befehl“ im Windows-Terminal

Für gute Leistung speicherst du Projektdateien im Linux-Dateisystem statt unter /mnt/c. Der Zugriff über die Windows-Laufwerke ist deutlich langsamer. Ändere Linux-Dateien nicht mit Windows-Programmen auf unsicherem Weg, nutze dafür den Explorer-Zugriff oder Editoren, die WSL unterstützen.

Ressourcen begrenzen

WSL kann viel Arbeitsspeicher belegen. Mit einer Datei namens „.wslconfig“ im Benutzerordner legst du Obergrenzen fest, zum Beispiel für Speicher und Prozessoren. Nach einer Änderung beendest du WSL mit „wsl --shutdown“ und startest neu. So schützt du Windows vor Speichermangel. Hinweise zum Lesen der Auslastung findest du im Beitrag Task-Manager und Ressourcenmonitor lesen.

Sichern, exportieren und entfernen

  • Sichere eine Distribution mit „wsl --export Name Datei.tar“. Damit kannst du sie auf einen anderen PC übertragen oder wiederherstellen.
  • Importiere eine Sicherung mit „wsl --import“.
  • Entferne eine Distribution mit „wsl --unregister Name“. Vorsicht: Dabei werden alle Daten der Distribution unwiderruflich gelöscht.
  • Behandle Linux-Daten in WSL wie andere Daten: Sie gehören in dein Backup, wie in der Backup-Strategie nach der 3-2-1-Regel beschrieben.

Typische Probleme

ProblemLösung
Installation bricht abWindows aktualisieren, Virtualisierung im BIOS prüfen
Fehler zur virtuellen MaschineFunktion „Plattform für virtuelle Maschinen“ in den Windows-Features aktivieren
Netzwerk funktioniert nichtVPN oder Firewall prüfen, WSL neu starten
Speicherverbrauch zu hoch.wslconfig mit Limits anlegen
Dateizugriff langsamProjekte im Linux-Dateisystem speichern

Checkliste

  1. Virtualisierung aktiv?
  2. wsl --install ausgeführt?
  3. Benutzer und Passwort in Linux angelegt?
  4. Pakete aktualisiert?
  5. Projekte im Linux-Dateisystem?
  6. Sicherung per Export eingerichtet?

Entwicklungsumgebung mit WSL

Viele Entwickler kombinieren Windows-Editoren mit Linux-Werkzeugen. Programme wie Visual Studio Code können sich mit WSL verbinden, sodass der Editor unter Windows läuft, Code und Werkzeuge aber in Linux ausgeführt werden. Das vermeidet Pfad- und Zeilenumbruchprobleme und entspricht der Umgebung vieler Server. Installiere Compiler, Interpreter und Paketverwaltungen innerhalb der Distribution, nicht unter Windows, damit die Versionen nicht kollidieren.

Achte außerdem auf das Git-Verhalten bei Zeilenumbrüchen. Windows verwendet andere Zeilenenden als Linux. Lege in Git eine einheitliche Einstellung fest, damit Dateien nicht ständig als geändert erscheinen.

Updates und Pflege der Distribution

Die Linux-Pakete aktualisierst du selbst, sie laufen nicht über Windows Update. Plane gelegentlich ein Update ein, besonders vor der Installation neuer Software. Mit „wsl --update“ aktualisierst du die WSL-Komponente selbst. Ältere Distributionen, die du nicht mehr brauchst, entfernst du nach einer Sicherung, um Speicher zu sparen. Schaue regelmäßig in den Speicherplatz des Systemlaufwerks, denn virtuelle Festplatten von Distributionen wachsen mit den Daten.

Bevor du größere Änderungen vornimmst, etwa beim Wechsel der Distribution oder bei Experimenten mit Systemdateien, exportiere die Distribution als Sicherung. Damit kannst du jederzeit zum früheren Stand zurückkehren.

Wann WSL nicht reicht

Für Aufgaben, die direkten Zugriff auf Spezialhardware, eigene Kernelmodule oder eine komplette Desktopumgebung als Hauptsystem verlangen, ist eine virtuelle Maschine oder eine echte Installation besser geeignet. Auch bei sehr I/O-intensiven Arbeiten auf Windows-Laufwerken kann WSL langsamer sein. Entscheide nach Anwendungsfall und teste mit einem kleinen Projekt, bevor du deinen Arbeitsablauf umstellst.

Häufige Fragen

Brauche ich Windows Pro für WSL?

Nein. WSL läuft auch unter Windows 11 Home.

Kann ich Linux-Programme mit Oberfläche starten?

Ja, unter Windows 11 sind Linux-Programme mit grafischer Oberfläche möglich. Aktuelle Windows- und WSL-Versionen vorausgesetzt.

Ist WSL sicher?

WSL läuft isoliert, Windows-Laufwerke sind aber erreichbar. Gehe mit Skripten aus fremden Quellen vorsichtig um.

Wie viel Speicher braucht WSL?

Das hängt von der Distribution und den Daten ab. Plane für die Grundinstallation einige Gigabyte ein.

Linux ohne Umweg

Ein Befehl genügt: WSL bringt Linux-Werkzeuge auf deinen Windows-Rechner.

Zum PC-Konfigurator Linux statt Windows Dual-Boot

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