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CrystalDiskMark richtig lesen: SSD-Tempo prüfen

SSD-Geschwindigkeit mit CrystalDiskMark messen: Einstellungen, SEQ1M und RND4K verstehen, Abweichungen vom Datenblatt erklären und Werte vergleichen.

📅 22.10.2026 ⏱ 6 Min. Lesezeit 📝 1,115 Wörter
PC Hardware Ratgeber
CNW Performance Lab 👁 1 Aufrufe

SSD-Geschwindigkeit messen: CrystalDiskMark richtig bedienen und lesen

Mit CrystalDiskMark prüfst du, wie schnell deine SSD wirklich liest und schreibt. Hier erfährst du, was die Werte bedeuten, welche Einstellungen sinnvoll sind und warum Ergebnisse schwanken.

Auf der Verpackung einer SSD stehen beeindruckende Zahlen, zum Beispiel mehrere Tausend Megabyte pro Sekunde. Ob dein Laufwerk im Rechner diese Werte erreicht, prüfst du mit einem Benchmark. Verbreitet ist das kostenlose Programm CrystalDiskMark. Es misst sequenzielle Lese- und Schreibgeschwindigkeit sowie zufällige Zugriffe mit kleinen Blöcken. Wichtig ist, die Ergebnisse richtig einzuordnen, denn nicht jede Abweichung vom Datenblatt bedeutet einen Defekt.

Vorbereitung und Messung

  1. Lade das Programm nur von der Webseite des Entwicklers und installiere die aktuelle Version.
  2. Schließe andere Programme, damit kein Hintergrundzugriff das Ergebnis verfälscht.
  3. Wähle oben links das Laufwerk, das du messen möchtest.
  4. Lege eine Testgröße fest, zum Beispiel 1 GiB für einen schnellen Test oder 4 GiB und mehr für eine längere Belastung.
  5. Klicke auf „All“, um alle Tests durchzuführen.

Das Programm schreibt während der Messung temporäre Testdaten auf das Laufwerk. Der Test benötigt daher freien Speicher, und auf Systemlaufwerken sollte er nur gestartet werden, wenn der Rechner sonst nicht ausgelastet ist.

Die Zeilen und was sie bedeuten

Die Bezeichnungen setzen sich aus der Art des Zugriffs, der Blockgröße, der Warteschlangentiefe (Q) und der Zahl der Threads (T) zusammen.

ZeileBedeutungAussage im Alltag
SEQ1MSequenzielles Lesen oder Schreiben großer BlöckeKopieren großer Dateien, Videos, Spiel-Installationen
RND4KZufälliger Zugriff auf kleine BlöckeStarten von Windows und Programmen, viele kleine Dateien
Q (Queue Depth)Zahl der gleichzeitig wartenden AnfragenHohe Werte zeigen das Maximum, niedrige den Alltag
T (Threads)Zahl paralleler ZugriffssträngeHöhere Werte entsprechen mehr Parallelität

Im Alltag zählen vor allem die Zeilen mit niedriger Warteschlangentiefe, zum Beispiel Q1, denn Windows und die meisten Programme erzeugen selten viele parallele Anfragen. Die Zahlen in MB/s und IOPS sind bei Zufallszugriffen weit kleiner als bei sequenziellen Tests. Das ist normal, denn kleine Zugriffe sind aufwendiger als große, zusammenhängende Blöcke.

Warum weicht dein Ergebnis vom Datenblatt ab?

  • Hersteller geben häufig Spitzenwerte unter idealen Bedingungen an, etwa bei hoher Warteschlangentiefe.
  • Der Anschluss begrenzt die Geschwindigkeit: Eine NVMe-SSD in einem PCIe-3.0-Steckplatz erreicht nicht die Werte, die ihr Datenblatt für PCIe 4.0 nennt. Mehr dazu im Beitrag NVMe vs. SATA SSD 2026.
  • Hitze: Bei hoher Temperatur taktet der Controller herunter. Ein Kühlkörper hilft, wie im Beitrag M.2-SSD Kühlkörper beschrieben.
  • Der Füllstand: Ein fast volles Laufwerk schreibt langsamer, weil weniger freier Platz für den SSD-Cache bleibt.
  • Hintergrundaktivität wie Virenscans, Updates oder Cloud-Synchronisierung.

Warum fällt das Schreiben bei langen Tests ab?

Viele SSDs puffern Schreibzugriffe in einem schnellen Cache. Solange er nicht voll ist, bleibt die Geschwindigkeit hoch. Bei sehr langen Schreibvorgängen, etwa beim Kopieren von hunderten Gigabyte, fällt sie danach auf das Niveau des normalen Speichers ab. Dieses Verhalten ist normal, bei QLC-Laufwerken fällt der Einbruch stärker aus. Wie die Speicherarten zusammenhängen, erklärt der Beitrag SSD kaufen: TLC, QLC, DRAM-Cache und TBW.

Ergebnisse richtig vergleichen

  • Teste immer mit denselben Einstellungen und derselben Testgröße.
  • Wiederhole die Messung mehrmals und bilde einen Eindruck vom Schwankungsbereich.
  • Vergleiche Laufwerke am selben Anschluss, nicht eine SATA-SSD mit einer NVMe-SSD.
  • Notiere die Temperatur, bei der du gemessen hast. Sie erklärt Ausreißer.

Wann ist eine Messung ein Warnzeichen?

Weicht die Leistung stark vom Erwarteten ab, prüfe zuerst Anschluss, Treiber und Temperatur. Sinkt die Geschwindigkeit einer älteren SSD über Monate deutlich, lohnt ein Blick auf den Gesundheitszustand der SSD mit den SMART-Werten, wie im Beitrag SSD-Gesundheit prüfen beschrieben. Eine SATA-SSD sollte etwa 500 bis 550 MB/s sequenziell erreichen, weil die Schnittstelle bei etwa diesem Wert endet. Deutlich weniger deutet auf einen Fehler oder eine ausgelastete SSD hin.

Beispiel: NVMe-SSD im falschen Steckplatz

Du hast eine schnelle NVMe-SSD eingebaut, misst aber nur etwa die Hälfte der erwarteten sequenziellen Leistung. Ein Blick in das Mainboard-Handbuch zeigt, dass der gewählte M.2-Steckplatz nur mit weniger PCIe-Lanes angebunden ist oder sich Lanes mit SATA-Ports teilt. Nach dem Umstecken in den schnelleren Steckplatz erreicht die SSD die erwarteten Werte. Die Lane-Teilung beschreibt der Beitrag M.2-SSD deaktiviert SATA-Ports.

Benchmarks nicht überbewerten

Ein Benchmark ist ein Hilfsmittel, kein Maßstab für das Alltagsgefühl. Ob Windows in 12 oder 14 Sekunden startet, merkst du kaum, auch wenn die Werte im Benchmark deutlich auseinanderliegen. Entscheidend für das Spielen und Arbeiten sind niedrige Zugriffszeiten und ausreichend Kapazität. Bei Spielen mit DirectStorage kann der Vorteil schneller SSDs wachsen, wie im Beitrag DirectStorage erklärt beschrieben.

Checkliste

  1. Programm aus der Originalquelle geladen?
  2. Hintergrundprogramme geschlossen?
  3. Mehrere Messungen mit gleichen Einstellungen?
  4. Anschluss, Temperatur und Füllstand berücksichtigt?
  5. Ergebnis mit Datenblatt und Anschluss verglichen?

Welche Testgröße ist sinnvoll?

Mit 1 GiB bekommst du schnell ein Ergebnis, das meist im Bereich der Höchstleistung liegt, weil der Cache noch nicht voll ist. Größere Testgrößen wie 8 GiB oder 16 GiB belasten das Laufwerk länger und zeigen, ob die Leistung unter Dauerlast nachlässt. Für den Alltag genügt der kurze Test, für die Frage, wie sich die SSD bei großen Kopiervorgängen verhält, sind längere Tests aussagekräftiger.

Messungen mit externen Laufwerken

Auch externe SSDs lassen sich messen. Dabei begrenzt oft das Kabel oder der USB-Anschluss das Ergebnis. Nutze für schnelle externe Laufwerke ein passendes Kabel und einen Anschluss mit dem richtigen Standard, wie im Beitrag zu USB-Standards erklärt. Vergleiche das Ergebnis mit den Angaben des Herstellers für genau diese Schnittstelle.

Messwerte dokumentieren

Notiere nach dem Einbau einer neuen SSD einmal die Ergebnisse. Mit diesem Ausgangswert erkennst du später, ob sich die Leistung verändert hat. Ein Screenshot des Fensters mit Datum und Temperatur genügt. So hast du Belege, falls du die SSD reklamieren möchtest oder nach einem Update eine Verschlechterung vermutest.

Häufige Fragen

Schadet ein Benchmark der SSD?

Ein kurzer Test schreibt nur wenige Gigabyte und belastet die Lebensdauer kaum. Häufige, sehr große Tests sind unnötig.

Warum sind die RND4K-Werte so niedrig?

Kleine zufällige Zugriffe sind aufwendiger als große sequenzielle. Das ist normal und gilt für jede SSD.

Was ist ein guter Wert?

Das hängt von der Schnittstelle ab. SATA endet bei rund 550 MB/s, NVMe-SSDs liegen je nach Modell deutlich höher.

Warum schwankt mein Ergebnis?

Temperatur, Hintergrundaktivität, Füllstand und Cache beeinflussen das Ergebnis. Mehrere Messungen geben ein realistischeres Bild.

SSD-Werte einordnen

Messen, vergleichen und Ursachen prüfen: So erkennst du, ob deine SSD richtig arbeitet.

Zum PC-Konfigurator NVMe oder SATA SSD-Gesundheit prüfen

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