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Digitaler Nachlass: Konten und Zugänge für Angehörige regeln

Digitalen Nachlass regeln: Konten und Geräte erfassen, Zugänge sicher weitergeben, Funktionen der Dienste nutzen und rechtliche Hinweise für Angehörige.

📅 27.10.2026 🔄 Aktualisiert: 28.10.2026 ⏱ 9 Min. Lesezeit 📝 1,722 Wörter
Sicherheit & Datenschutz
Autor: Kujtim Dubovci 👁 7 Aufrufe

Kurz gesagt

Wer seinen digitalen Nachlass nicht regelt, hinterlässt Angehörigen gesperrte Geräte, unbekannte Konten und laufende Abos. Lege eine Übersicht an, sichere Zugänge mit einem Passwort-Manager mit Notfallzugang oder einem versiegelten Umschlag und nutze die Vorsorge-Funktionen der Dienste. Dieser Beitrag zeigt die Schritte und weist auf rechtliche Fragen hin.

Niemand denkt gern daran, doch jeder Mensch hinterlässt digitale Spuren. Ohne Vorbereitung stehen Angehörige im Ernstfall vor gesperrten Handys, E-Mail-Konten mit unbekannten Passwörtern und Verträgen, die weiterlaufen.

Mit wenig Aufwand lässt sich vorsorgen. Hier lernst du, was zum digitalen Nachlass gehört, wie du eine Übersicht anlegst, Zugänge sicher weitergibst und wo rechtliche Fragen auftauchen.

Auf einen Blick

  1. Übersicht über Konten und Geräte anlegen.
  2. Zugänge sicher weitergeben, nicht per E-Mail.
  3. Vorsorge-Funktionen der Dienste einrichten.
  4. Rechtliche Fragen mit Fachleuten klären.

Was zum digitalen Nachlass gehört

Der digitale Nachlass umfasst alles, was von dir online und auf Geräten bleibt: E-Mail-Konten, Cloud-Speicher, Fotos, Social-Media-Profile, Online-Banking, Abos, Domains, Kryptowerte und Zugänge zu Geräten. Im Ernstfall stehen Angehörige oft vor verschlossenen Konten und wissen weder, was existiert, noch wie sie es erreichen.

BereichBeispieleWarum wichtig
GeräteHandy, Laptop, Tablet, externe PlattenEnthalten Fotos und Dokumente, oft per PIN gesperrt
KontenE-Mail, Cloud, soziale NetzwerkeSchlüssel für Passwort-Rücksetzungen anderer Dienste
FinanzenOnline-Banking, Depot, ZahlungsdiensteLaufende Verträge und Vermögenswerte
Verträge und AbosStreaming, Software, VersicherungenLaufen weiter und verursachen Kosten
Eigene InhalteWebseiten, Domains, Fotos, TexteHaben ideellen und teils finanziellen Wert

Der erste Schritt ist, einen Überblick zu schaffen. Ohne Liste weiß niemand, wo er suchen soll.

Wenn du nicht weißt, wo anfangen, dann beginne mit E-Mail und Cloud. Wenn Fotos wichtig sind, dann sichere sie zusätzlich an einem zweiten Ort.

Eine Übersicht anlegen

Lege eine Liste an, die Konten, Geräte und wichtige Verträge nennt. Die Liste enthält keine Passwörter im Klartext, sondern nur Hinweise, wo sie zu finden sind. Bewahre sie so auf, dass Vertrauenspersonen sie im Notfall erreichen.

  1. Notiere alle wichtigen Konten und Dienste mit Benutzernamen, aber ohne Passwort.
  2. Halte fest, welche Geräte wie entsperrt werden und wo Sicherungen liegen.
  3. Lege fest, was mit Konten passieren soll: löschen, erhalten oder übergeben.
  4. Nenne eine Vertrauensperson, die Zugriff erhält.
  5. Aktualisiere die Liste mindestens einmal im Jahr.

Eine Hilfe für die Sicherung der Zugänge ist ein Passwort-Manager. Wie er funktioniert, steht in Passwort-Manager, Passkeys und 2FA.

ℹ️ Zwei-Faktor-Anmeldung bedenken

Konten mit Zwei-Faktor-Anmeldung lassen sich ohne Handy oder Codes kaum öffnen. Bewahre Wiederherstellungscodes und Informationen zum Entsperren des Handys für den Notfall sicher auf.

Wenn du Passwörter in die Liste schreiben willst, dann nutze stattdessen einen Hinweis auf den Aufbewahrungsort. Wenn sich Konten ändern, dann aktualisiere die Liste.

Zugänge sicher weitergeben

Passwörter in einer Textdatei oder auf einem Zettel am Monitor sind keine Lösung. Besser ist ein Verfahren, das im Alltag Sicherheit und im Notfall Zugang bietet.

WegVorteilNachteil
Notfallzugang im Passwort-ManagerVertrauensperson erhält nach Wartezeit ZugriffFunktion je nach Anbieter und Tarif
Versiegelter Umschlag mit HauptpasswortEinfach, braucht keine TechnikMuss sicher verwahrt und aktuell gehalten werden
Digitaler Tresor bei einer VertrauenspersonSchneller ZugriffVertrauen und Verschlüsselung nötig
Schließfach oder NotarSehr sicherAufwand und Kosten

Teile Passwörter nicht per E-Mail oder Messenger. Wie du Dateien und Container schützt, erklärt Dateien verschlüsseln.

🔒 Nie Klartext-Listen mit Passwörtern

Eine ungeschützte Datei mit Passwörtern ist ein Risiko schon zu Lebzeiten. Speichere Zugänge nur in einem Passwort-Manager oder verschlüsselt, teile das Hauptpasswort nie digital und aktiviere für wichtige Konten die Zwei-Faktor-Anmeldung. Hinterlege Wiederherstellungscodes getrennt.

Wenn du einen Passwort-Manager nutzt, dann richte den Notfallzugang ein. Wenn nicht, dann hinterlege das Hauptpasswort in einem versiegelten Umschlag.

Funktionen der Dienste nutzen

Viele Anbieter bieten Funktionen für den Todesfall an. Dazu gehören ein Kontakt, der das Konto verwaltet, oder eine automatische Aktion nach längerer Inaktivität. Suche in den Kontoeinstellungen nach Begriffen wie Nachlass, Inaktivität oder Vertrauenskontakt und richte sie ein. Sorge außerdem dafür, dass wichtige Fotos und Dokumente an einem zweiten Ort liegen. Anregungen liefert Backup-Strategie für den PC und Handy sichern.

Wenn ein Dienst eine Nachlass-Funktion bietet, dann richte sie ein. Wenn nicht, dann beschreibe in deiner Liste, was passieren soll.

Rechtliche Hinweise

Erben treten grundsätzlich in die Rechtsstellung des Verstorbenen ein. Das gilt nach der Rechtsprechung auch für digitale Konten. Wie weit der Zugriff im Einzelfall geht, hängt vom Anbieter und den Umständen ab. Eine Vorsorgevollmacht und ein Testament können Fragen klären. Lass dich dazu von einem Notar oder Rechtsanwalt beraten, denn dieser Beitrag ersetzt keine Rechtsberatung.

Wenn dein Vermögen digital ist, dann lass dich beraten. Wenn du Fragen zu Erben hast, dann kläre sie beim Notar.

Praxistipps für den Alltag

  • Räume vorab auf: Lösche Konten, die du nicht mehr nutzt, und kündige unnötige Abos.
  • Sichere Fotos und Dokumente regelmäßig auf eine externe Platte oder in die Cloud.
  • Beschreibe in einem Brief, was mit Fotos, Social-Media-Profilen und Domains passieren soll.
  • Informiere eine Vertrauensperson, dass es die Unterlagen gibt und wo sie liegen.
  • Prüfe jährlich, ob Liste, Umschlag und Notfallzugang noch aktuell sind.

Auch ein Gerät ohne Passwort kann Probleme machen. Lege fest, wer im Ernstfall das Handy entsperren darf, und hinterlege die PIN sicher. Bei Datenverlust hilft eine aktuelle Sicherung, wie in Daten auf den neuen PC übertragen beschrieben.

Wer ein Unternehmen oder eine Webseite betreibt, sollte zusätzlich Zugänge zu Domain, Hosting und Zahlungsdiensten dokumentieren. Hier geht es nicht nur um Erinnerungen, sondern um laufende Einnahmen und Verpflichtungen, die ohne Zugang schnell zum Problem werden.

Hinweise für Angehörige im Ernstfall

Wer selbst einen digitalen Nachlass verwalten muss, steht oft unter Zeitdruck und Trauer. Eine klare Reihenfolge hilft, nichts zu übersehen.

  1. Sichere zuerst die Geräte und lasse sie nicht löschen oder zurücksetzen.
  2. Suche nach Unterlagen, Listen und Notizen des Verstorbenen.
  3. Kündige laufende Abos und Verträge, damit keine Kosten entstehen.
  4. Nutze die Nachlass-Funktionen der Anbieter und halte Sterbeurkunde und Erbschein bereit.
  5. Sichere Fotos und Dokumente, bevor Konten gelöscht werden.

Wenn Konten schon gehackt oder missbraucht wurden, helfen die Schritte aus Konto gehackt oder Datenleck. Gehe sorgfältig mit persönlichen Daten um und gib keine Zugangsdaten an Unbekannte weiter, auch wenn sie sich als Dienstleister ausgeben.

Geräte und Datenträger vorbereiten

Auf Handy und Laptop liegen oft die wertvollsten Erinnerungen. Gleichzeitig sind sie durch PIN, Fingerabdruck und Verschlüsselung gut geschützt. Das ist im Alltag gewollt, im Ernstfall aber ein Hindernis.

GerätVorbereitung
HandyEntsperr-PIN sicher hinterlegen, Fotos in der Cloud oder auf einer Platte sichern
Laptop und PCAnmeldepasswort hinterlegen, Laufwerksverschlüsselung beachten und Wiederherstellungsschlüssel aufbewahren
Externe PlattenBeschriften und an einem bekannten Ort lagern
Router und Smart HomeZugangsdaten notieren, damit Geräte nicht ausfallen
Cloud-SpeicherKonto mit Notfallzugriff versehen und Hinweise zum Anbieter festhalten

Verschlüsselte Laufwerke lassen sich ohne Schlüssel nicht öffnen. Prüfe daher, ob dein Wiederherstellungsschlüssel an einem sicheren Ort liegt, der für Vertrauenspersonen zugänglich ist. Einen Vergleich von Anbietern für Cloud-Daten gibt Cloud-Speicher vergleichen.

Social Media, Abos und Verträge

Soziale Netzwerke bieten meist Optionen für den Todesfall, etwa Gedenkprofile oder die Löschung. Prüfe die Einstellungen und entscheide, was du möchtest. Streamingdienste, Software-Abos und Mitgliedschaften laufen dagegen oft automatisch weiter und belasten das Konto der Erben.

  • Führe eine Liste aller Abos mit Kündigungsfristen.
  • Nutze nach Möglichkeit ein Konto für Zahlungen, damit Angehörige schnell überblicken, was abgebucht wird.
  • Halte Vertragsnummern und Kundendaten getrennt vom Passwort fest.
  • Prüfe Domains und Webshops auf automatische Verlängerung.

Ein regelmäßiger Blick in den Kontoauszug hilft zusätzlich, vergessene Abos aufzuspüren. Wer sie schon zu Lebzeiten kündigt, spart Geld und hinterlässt weniger Chaos.

In einer Stunde zum Grundschutz

Du musst nicht alles auf einmal erledigen. Mit einer Stunde Zeit erreichst du bereits einen brauchbaren Grundschutz. Beginne mit den wichtigsten Dingen und baue später aus.

  1. Lege eine Liste mit E-Mail, Cloud, Bank und den drei wichtigsten Konten an.
  2. Aktiviere in den Konten die Vorsorge-Funktionen, sofern vorhanden.
  3. Richte den Notfallzugang im Passwort-Manager ein oder lege einen versiegelten Umschlag an.
  4. Sprich mit einer Vertrauensperson und erkläre, wo alles liegt.

Plane danach einen Termin für die zweite Stunde, in der du Fotos sicherst und alte Konten löschst.

Was eine Übersicht nicht leistet

  • Sie ersetzt kein Testament und keine Vorsorgevollmacht.
  • Nicht jeder Anbieter gibt Konten an Angehörige heraus.
  • Verschlüsselte Daten ohne Schlüssel bleiben unlesbar.
  • Eine veraltete Liste kann mehr schaden als nützen.

Wenn es nicht klappt: typische Stolperfallen

Das Handy ist gesperrt und niemand kennt die PIN

Hinterlege die PIN sicher. Ohne PIN lassen sich Daten oft nur mit Hersteller-Hilfe oder gar nicht retten.

Wichtige Konten sind vergessen worden

Prüfe E-Mail-Postfach und Kontoauszüge auf Hinweise auf Dienste und Abos.

Zwei-Faktor-Codes fehlen

Bewahre Wiederherstellungscodes getrennt und sicher auf.

Der Anbieter verweigert den Zugang

Lege Erbschein und Sterbeurkunde vor und frage nach dem Verfahren des Dienstes.

Die Liste ist veraltet

Setze dir eine jährliche Erinnerung zur Aktualisierung.

Fotos liegen nur auf einem Gerät

Sichere sie zusätzlich auf einer externen Platte oder in der Cloud.

Häufige Fragen

Was gehört in den digitalen Nachlass?

Geräte, Konten, Verträge, Fotos und Zugänge.

Darf ich Passwörter in ein Testament schreiben?

Besser nicht, ein Testament wird veröffentlicht. Nutze sichere Wege.

Wie sicher ist der Notfallzugang eines Passwort-Managers?

Sicher, wenn du ihn richtig einrichtest und die Vertrauensperson sorgfältig wählst.

Müssen Erben Konten übernehmen?

Grundsätzlich können sie Zugang verlangen, Einzelfälle sollten rechtlich geklärt werden.

Was passiert mit Social-Media-Profilen?

Das hängt vom Anbieter. Viele bieten Gedenk- oder Löschfunktionen.

Du willst deine Daten sicher aufbewahren?

Wir konfigurieren dir einen PC mit genug Speicher und Anschlüssen für eine zuverlässige Datensicherung.

PC konfigurieren Backup-Strategie Passwort-Manager

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