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Speicherintegrität ausschalten: Mehr FPS oder zu riskant?

Microsoft räumte Leistungseinbußen durch Speicherintegrität und VMP ein. Was die Funktionen schützen, wie du sie findest und warum Selbstmessen besser ist.

📅 19.10.2026 ⏱ 6 Min. Lesezeit 📝 1,091 Wörter
FPS & Performance
CNW Performance Lab 👁 1 Aufrufe

Speicherintegrität ausschalten für mehr FPS? Was Microsoft sagt und was du riskierst

Microsoft räumte ein, dass zwei Sicherheitsfunktionen in manchen Spiele-Konfigurationen Leistung kosten können. Wir erklären, was sie schützen, wie du sie findest und warum wir kein Dauer-Abschalten empfehlen. Das Gesamtsystem planst du im PC-Konfigurator.

„Schalte die Speicherintegrität aus, dann läuft es schneller.“ Dieser Tipp kursiert seit Jahren. Wir stützen uns auf einen Bericht von PC Games Hardware (PCGH, Norman Wittkopf, 11.10.2022) über einen Support-Artikel von Microsoft. Er ist also über vier Jahre alt. Wie sich Windows und Treiber seitdem verändert haben, haben wir nicht geprüft. Der Bericht selbst nennt keine FPS- oder Benchmark-Werte; wir erfinden deshalb keine. Eigene Messungen haben wir nicht gemacht. Eigene Einschätzung ist markiert.

Was Microsoft laut PCGH empfiehlt

Laut dem Bericht erklärt Microsoft in einem Support-Artikel, dass das Deaktivieren von Speicherintegrität und Virtual Machine Platform (VMP) die Spieleleistung verbessern kann. Als Grund nennt der Artikel „Leistungseinbußen“ in einigen Szenarien und Gaming-Konfigurationen. Wer spielt, soll die Funktionen nur während des Spielens abschalten und danach wieder einschalten. Welche Szenarien oder Hardware gemeint sind, präzisiert der Bericht nicht.

FunktionZweck laut PCGHStandard bei neuen Windows-11-Geräten
Speicherintegrität (HVCI)Soll verhindern, dass Angreifer eigenen Schadcode einschleusen; sorgt dafür, dass Treiber signiert sindAktiv
Virtual Machine Platform (VMP)Stellt Dienste für virtuelle Maschinen bereitAktiv

Das Sicherheitsrisiko

Microsoft warnt, dass ein Gerät ohne diese Funktionen „anfällig für Bedrohungen sein“ kann. Ohne die Speicherintegrität fehlt ein Schutz dagegen, dass Schadcode über Treiber eingeschleust wird und nicht vertrauenswürdige Komponenten geladen werden. Für einen PC, der online ist, Downloads erhält und Treiber verschiedener Hersteller nutzt, ist das nicht trivial (eigene Einschätzung). Ob der Leistungsgewinn dieses Risiko aufwiegt, kann nur eine Messung auf deinem System zeigen.

So findest du die Schalter

  • Speicherintegrität: In den Windows-Einstellungen nach „Kernisolierung“ suchen und den Schalter umlegen.
  • Virtual Machine Platform: Über „Windows-Features aktivieren oder deaktivieren“ den Haken bei „Virtuelle Computerplattform“ entfernen. Ein Neustart kann nötig sein.

Beachte: Diese Anleitung stammt aus dem Bericht von 2022. Menünamen und Position können sich in aktuellen Windows-Versionen unterscheiden; wir haben sie nicht neu geprüft. Außerdem kann es sein, dass der Schalter ausgegraut ist oder sich nicht aktivieren lässt, wenn ein Treiber nicht kompatibel ist (eigene Kenntnis). Dann zeigt Windows meist, welcher Treiber betroffen ist.

Selbst messen statt glauben

Ob die Funktion bei dir etwas kostet, hängt von Prozessor, Spiel und Treibern ab. Die Quelle nennt keine Zahlen, und ein Kommentar unter dem Bericht ist keine geprüfte Messung. Teste deshalb selbst, wenn dich die Frage wirklich interessiert:

  1. Ein Spiel mit Benchmark-Funktion oder eine fest definierte Szene wählen.
  2. Mindestens drei Durchläufe mit eingeschalteter Speicherintegrität messen und den Mittelwert notieren. FPS und 1-Prozent-Lows erfasst du mit den Overlays aus FPS anzeigen.
  3. Die Funktion ausschalten, neu starten und wieder drei Durchläufe messen.
  4. Die Funktion wieder einschalten und prüfen, ob sie sich fehlerfrei aktivieren lässt.
  5. Nur dann dauerhaft eine Entscheidung treffen, wenn der Unterschied deutlich über der Messschwankung liegt.

Ein Unterschied im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegt oft im Rauschen (eigene Einschätzung). Mehr dazu, was Frametimes aussagen, steht in 1-Prozent-Lows und Mikroruckler.

Wann Abschalten sinnvoll sein kann, wann nicht (eigene Einschätzung)

SituationEmpfehlung
Normaler Heim-PC mit Internet, Downloads, vielen TreibernEingeschaltet lassen; Sicherheit ist wichtiger als wenige Prozent
Wettkampf-PC, der fast nur spieltNur nach eigener Messung entscheiden; Risiko bewusst abwägen
Treiber meldet InkompatibilitätTreiber aktualisieren, siehe Treiber-Artikel, statt abzuschalten
Du nutzt virtuelle Maschinen oder SandboxVMP nicht abschalten, sonst funktionieren sie nicht

Wenn die Funktion nicht aktivierbar ist, liegt es oft an alten Treibern. Wie du sie aktualisierst, erklärt Treiber aktualisieren unter Windows 11. Wer virtuelle Maschinen nutzt, sollte die Hinweise zu Windows Sandbox und Virtualisierung beachten.

Mehr FPS auf sicherem Weg

Bevor du Schutzfunktionen abschaltest, lohnt ein Blick auf Stellschrauben ohne Sicherheitsverlust: aktueller Grafiktreiber, schlanker Autostart, passende Auflösung und Upscaling. Übersicht in Windows 11 für Gaming optimieren und Autostart aufräumen. Auch das Verhältnis von CPU und Grafikkarte spielt eine Rolle, siehe GPU-Limit und CPU-Limit. Wer ein Virenschutz-Konzept sucht, findet es in Reicht der Microsoft Defender?.

Grenzen dieses Beitrags

  • Quelle ist ein PCGH-Bericht von 2022 über einen Microsoft-Hinweis.
  • Der Bericht nennt keine Benchmark-Werte und keine konkreten Szenarien.
  • Menüs und Verhalten können sich seit 2022 geändert haben.
  • Ob und wie stark die Leistung heute auf deinem System leidet, wissen wir nicht.

Was Speicherintegrität technisch tut (eigene Einschätzung, vereinfacht)

Die Funktion nutzt Virtualisierung, um wichtige Teile des Systems in einem abgeschotteten Bereich zu halten. Kernel-Code wird dort geprüft, bevor er ausgeführt wird. Das schützt davor, dass Schadsoftware über manipulierte Treiber tief ins System gelangt. Der Preis ist zusätzlicher Verwaltungsaufwand für den Prozessor, der je nach Aufgabe und Hardware unterschiedlich ins Gewicht fällt. Bei Spielen, die den Prozessor stark fordern, kann er sich eher zeigen als bei Spielen, die an der Grafikkarte hängen. Das ist eine plausible Erklärung, ersetzt aber keine Messung auf deinem System.

  • Grafikkartenlimit: Die CPU hat Reserven, ein möglicher Mehraufwand fällt kaum auf.
  • Prozessorlimit: Ein Mehraufwand kann sich eher bemerkbar machen.
  • Ältere Prozessoren ohne passende Beschleunigung: Der Effekt kann größer sein; das ist unsere Vermutung, die Quelle sagt dazu nichts.

Typische Probleme und Lösungen

ProblemMögliche Lösung (eigene Einschätzung)
Schalter lässt sich nicht aktivierenInkompatiblen Treiber in der Meldung suchen und aktualisieren
Nach dem Abschalten kein UnterschiedEinschalten und Sicherheit behalten
Virtuelle Maschine startet nichtPrüfen, ob die Virtuelle Computerplattform noch aktiv ist
Unsicherheit bei UpdatesVor großen Änderungen Backup oder Wiederherstellungspunkt anlegen

Merke dir: Jede Änderung an Sicherheitsfunktionen sollte bewusst, dokumentiert und umkehrbar sein. Notiere dir, was du geändert hast, damit du den Zustand später wiederherstellen kannst. Wer den PC mit anderen teilt oder Kinder am Gerät hat, sollte besonders vorsichtig sein; Hinweise zu Schutzmaßnahmen gibt Kindersicherung unter Windows 11.

Häufige Fragen

Soll ich die Speicherintegrität dauerhaft ausschalten?

Das empfehlen wir nicht. Microsoft sagt sogar, dass man die Funktionen nur während des Spielens abschalten soll, und warnt vor einem höheren Risiko.

Wie viele FPS bringt es?

Der Bericht nennt keine Zahl. Miss es auf deinem System.

Was ist die Virtual Machine Platform?

Laut Bericht stellt sie Dienste für virtuelle Maschinen bereit und ist auf neuen Windows-11-Geräten standardmäßig aktiv.

Messen, dann entscheiden

Ein sauberer Vorher-Nachher-Test zeigt, ob das Abschalten überhaupt etwas bringt.

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