Ein RAM-Riegel statt zwei: Was Single-Channel kostet
Ein PCGH-Test von Juli 2026: Ein DDR5-Modul reicht oft, Dual Channel bringt in einem Spiel aber bis zu 28 Prozent mehr P1-FPS. Wann der Übergang taugt.
Ein RAM-Riegel statt zwei: Wie stark bremst Single-Channel beim Gaming?
Ein aktueller PCGH-Test zeigt: Mit nur einem Modul laufen Spiele erstaunlich flüssig, in manchen Titeln fehlen aber bis zu 28 Prozent. Wir ordnen ein, wann Single-Channel als Übergang taugt. Speicher planst du im PC-Konfigurator.
Bei hohen Speicherpreisen liegt die Idee nahe, vorerst nur einen Riegel zu kaufen und später einen zweiten zu ergänzen. Wir stützen uns auf einen Special von PC Games Hardware (PCGH, David Krausbauer, 30.07.2026). Der Test ist damit nur wenige Monate alt, bleibt aber ein einzelnes Testsystem mit drei Spielen. Eigene Messungen haben wir nicht gemacht. Eigene Einschätzung ist markiert.
Das Testsystem
| Komponente | Angabe laut PCGH |
|---|---|
| Mainboard | MSI Z890 Godlike |
| Prozessor | Intel Core Ultra 9 285K (Standardtakt) |
| Grafikkarte | Asus TUF Gaming RX 9070 XT |
| Arbeitsspeicher | Teamgroup T-Force DDR5-7200, 32 GiB insgesamt, Single-Rank; im Single-Channel-Test ein Modul mit 16 GiB |
| Betriebssystem | Windows 11 Pro 25H2 (offline) |
Die Ergebnisse
| Test | Ergebnis Single- gegenüber Dual-Channel |
|---|---|
| Baldur’s Gate 3 | Kaum betroffen von geringerer Kapazität und Bandbreite |
| Cyberpunk 2077 | Unterschiede von bis zu 11 Prozent bei P0,2-Frametime-FPS |
| Gothic Remake | Dual Channel liefert 28 Prozent höhere P1-FPS; der Artikel nennt das deutlich spürbar |
| AIDA64 Photoworxx | Lesen etwa 88 Prozent, Schreiben etwa 82 Prozent, Kopieren etwa 85 Prozent mehr mit Dual Channel |
Alle drei Spiele laufen laut PCGH mit einem Modul „erstaunlich flüssig“. In AIDA64 brechen Lese-, Schreib- und Kopierraten im Single-Channel-Betrieb stark ein, während sich die Latenz nur wenig ändert. Die beiden Spiele nutzen unterschiedliche Kennzahlen (P1 und P0,2); die Prozentwerte sind deshalb nicht direkt vergleichbar.
Das Fazit des Specials
Laut PCGH kann Dual Channel in manchen Spielen bis zu 28 Prozent mehr Bilder liefern, ein einzelnes Modul begrenzt Spiele aber nicht grundsätzlich. Der Special sieht Single-Channel als vernünftige Übergangslösung bei hohen RAM-Preisen für Spieler. Wer speicherintensive Anwendungen nutzt, sollte zwei Module verwenden. Außerdem weist er darauf hin, dass die internen zwei 32-Bit-Unterkanäle von DDR5 nicht zwei DIMMs für maximale Bandbreite ersetzen.
Was das für dich heißt (eigene Einschätzung)
- Wenn das Budget knapp ist, ist ein einzelner 16-GiB-Riegel oft ein gangbarer Start, wenn du später aufrüsten kannst.
- Wer Spiele mit hohem CPU-Anteil und großen Welten spielt, sollte mit spürbaren Einbußen bei den Frametimes rechnen.
- Für Videoschnitt, Rendering und andere bandbreitenhungrige Aufgaben sind zwei Module klar besser.
- Beim späteren Nachrüsten sollten Modul und Spezifikation zum ersten passen.
Wie du Riegel richtig einsteckst, erklärt RAM richtig einbauen. Zum späteren Ergänzen eines zweiten Moduls siehe RAM mischen und nachrüsten. Wie viel Speicher du brauchst, beantwortet Wie viel RAM bringt was?.
Warum die Spiele unterschiedlich reagieren
Dass Baldur’s Gate 3 kaum und Gothic Remake deutlich reagiert, deutet darauf hin, dass der Effekt vom Spiel abhängt (eigene Einschätzung). Spiele, die viele Daten schnell zwischen Prozessor und Speicher bewegen, profitieren stärker von der höheren Bandbreite, besonders bei den schwachen Einzelbildern, die die P1- und P0,2-Werte erfassen. Das kann sich in Rucklern statt in niedrigeren Durchschnitts-FPS zeigen. Hintergründe zu Frametimes liefert 1-Prozent-Lows und Mikroruckler und Ruckeln trotz hoher FPS.
So prüfst du dein System
- Im Task-Manager oder mit einem Tool nachsehen, wie viele Module installiert sind, siehe Task-Manager lesen.
- Prüfen, ob die Module im Dual-Channel-Modus laufen und ob XMP oder EXPO aktiv ist, siehe XMP und EXPO aktivieren.
- Mit einem Overlay FPS und 1-Prozent-Lows messen: FPS anzeigen.
- Wenn möglich, denselben Test mit und ohne zweites Modul wiederholen.
Der Markt und der Preis
Hohe Speicherpreise sind der Grund für die Frage. Die Hintergründe beschreiben RAM- und SSD-Preiskrise 2026 und Wann sinken die RAM-Preise?. Alternativen für knappe Budgets zeigt PC aufrüsten trotz RAM-Krise. Ob DDR4 oder DDR5 sinnvoll ist, klärt RAM kaufen 2026.
Grenzen dieses Beitrags
- Ein Testsystem mit High-End-Plattform; auf anderen Systemen können die Unterschiede abweichen.
- Nur drei Spiele und ein Speicherkit.
- Der Special nennt Prozentwerte, aber keine absoluten FPS-Werte, Auflösung oder Grafikeinstellungen.
- Die Prozentwerte verschiedener Spiele nutzen verschiedene Kennzahlen.
Typische Fehler beim Start mit einem Modul
Wer mit einem Riegel beginnt, sollte ein paar Dinge im Blick behalten, damit das spätere Aufrüsten reibungslos klappt. Die folgenden Punkte sind unsere Praxiseinschätzung und kein Ergebnis des Tests.
- Das Modul in den vom Mainboard-Handbuch empfohlenen Slot stecken, damit später das Paar im Dual-Channel-Modus arbeitet.
- Gleiches Modell und gleiche Spezifikation für das zweite Modul wählen, am besten aus derselben Serie; Mischen kann Takt und Timings begrenzen.
- Auf XMP oder EXPO achten: Ohne aktiviertes Profil läuft der Speicher oft mit einem niedrigeren Standardtakt.
- Beim Nachkauf prüfen, ob das Modul noch erhältlich ist; Kits werden gelegentlich eingestellt.
- Kapazität nicht zu knapp wählen: 16 GiB sind für viele Spiele ein Start, aber nicht für jede Anwendung.
| Szenario | Empfehlung (eigene Einschätzung) |
|---|---|
| Budget knapp, viel Spielen | Ein Riegel als Start, später zweiten ergänzen |
| Viel Videoschnitt oder Rendering | Gleich zwei Module einplanen |
| Hohe Bildraten im CPU-Limit wichtig | Dual Channel bevorzugen |
| Spiele mit wenig CPU-Last und GPU-Limit | Single-Channel ist oft unproblematisch |
Wann sich der Aufpreis für das zweite Modul lohnt
Ob sich der Zweitriegel lohnt, hängt davon ab, was du spielst und wie stark dich Ruckler stören. Der Test zeigt, dass in einem Spiel ein Unterschied von 28 Prozent bei den P1-FPS auftrat, in einem anderen kaum einer. Das bedeutet: Es gibt keine pauschale Antwort. Wenn du heute zufrieden bist und kaum Ruckler bemerkst, kannst du abwarten, bis die Preise sinken oder ein Angebot kommt. Wenn du einen Titel wie den im Test genannten spielst und Wert auf saubere Frametimes legst, ist das zweite Modul die wirksamere Investition als viele andere Einstellungen.
Vergleiche immer den Gesamtpreis, auch mit Blick auf Kapazität. Zwei kleinere Module können mehr bringen als ein größeres einzelnes, wenn dein Hauptproblem die Bandbreite ist. Bist du dagegen in Kapazitätsnöten, etwa weil Programme im Hintergrund viel Speicher belegen, nützt dir ein zweites Modul doppelt, weil es Bandbreite und Menge erhöht. Genau diese Abwägung solltest du vor dem Kauf durchspielen.
Häufige Fragen
Reicht ein einzelner 16-GiB-Riegel zum Spielen?
Laut Test laufen die drei getesteten Spiele damit erstaunlich flüssig. In einem Titel fehlten aber bis zu 28 Prozent bei den P1-FPS.
Ist Single-Channel ein guter Übergang?
Der Special bezeichnet es bei hohen Preisen als vernünftige Übergangslösung für Spieler.
Für wen ist Single-Channel ungeeignet?
Für Nutzer speicherintensiver Anwendungen; sie sollten laut Special zwei Module verwenden.
Heute einen, später zwei
Plane den Ausbau so, dass sich ein zweites, passendes Modul später ergänzen lässt.