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Lossless Scaling: Frame Generation für ältere Grafikkarten

Lossless Scaling erzeugt Zwischenbilder in fast jedem Spiel. Nutzen, Latenz, Artefakte und die empfohlene Einrichtung für ältere Grafikkarten im Überblick.

📅 19.10.2026 ⏱ 6 Min. Lesezeit 📝 1,098 Wörter
FPS & Performance
CNW Performance Lab 👁 1 Aufrufe

Lossless Scaling: Frame Generation für alle Spiele und ältere Grafikkarten

Das 7-Euro-Tool von Steam erzeugt Zwischenbilder in fast jedem Spiel, auch auf alten Karten. Wir erklären Nutzen, Latenz, Artefakte und die sinnvolle Einrichtung. Die passende Grafikkarte planst du im PC-Konfigurator.

Native Frame Generation von Nvidia oder AMD gibt es nur in unterstützten Spielen und auf passenden Karten. Lossless Scaling verspricht dasselbe für nahezu jedes Spiel. Wir stützen uns auf zwei Quellen: einen ausführlichen Test von PC Games Hardware (veröffentlicht am 02.05.2024, wir haben nur die erste Seite gelesen) und einen GameStar-Artikel vom 27.03.2025 zur adaptiven Frame Generation. Beide Quellen sind über ein Jahr alt, das Tool wird weiterentwickelt, und Preis, Funktionen und Verhalten können sich geändert haben. Eigene Latenzmessungen haben wir nicht gemacht. Eigene Kenntnis ist markiert.

Was Lossless Scaling ist

Das Programm kostet laut beiden Quellen etwa 7 Euro auf Steam. Ursprünglich skaliert es Fenster pixelgenau hoch; PCGH nennt neun Skalierungsmodi. Die Frame Generation (LSFG) kam laut PCGH am 10. Januar 2024 als kostenlose Erweiterung dazu. Sie schiebt berechnete Zwischenbilder zwischen die gerenderten Bilder. Anders als FSR 3 oder DLSS 3 Frame Generation arbeitet sie weitgehend „blind“ auf dem fertigen Bild und bekommt keine Tiefen- oder Oberflächeninformationen aus dem Spiel. PCGH vergleicht sie mit AMDs treiberbasiertem Fluid Motion Frames und folgert, dass sie die nativen Verfahren dort nicht übertreffen kann, wo diese verfügbar sind.

Zur Einordnung der nativen Verfahren siehe DLSS, FSR und XeSS im Vergleich und Nvidia Reflex, Anti-Lag und Frame Generation.

Vorteile

  • Läuft in vielen Spielen und auf älteren Karten, etwa GTX 970 oder RX 580, nennt PCGH.
  • Benötigt Windows 10 ab Version 1903; Linux wird nicht unterstützt.
  • Die adaptive Frame Generation (GameStar, März 2025) arbeitet nicht mit festem Faktor, sondern mit einer Ziel-FPS. Die Software passt den Multiplikator dynamisch an.
  • Neben der Frame Generation bietet das Tool Skalierungsalgorithmen wie Integer Scaling, Nearest Neighbor, xBR und Anime4K sowie Unterstützung für Windows-Handhelds.

Nachteile

PunktAussage der Quellen
LatenzDie Gesamtlatenz steigt laut PCGH merklich; konkrete Millisekunden stehen auf Seiten, die wir nicht gelesen haben
ArtefakteZwischenbilder können starke Artefakte zeigen; temporale Effekte lassen das Bild „wabbelig“ wirken
BildtaktProbleme bei unregelmäßigen Bildraten oder unter 30 fps (PCGH)
FenstermodusKein exklusiver Vollbildmodus; das Spiel muss im Fenstermodus laufen
G-Sync und FreeSyncKeine Unterstützung laut PCGH
FehlerBeispiele aus dem Test: zu helle Ausgabe auf einer RTX 4080 Super, Farbblitze in VLC, uneinheitlicher Status nach Alt+Tab

GameStar ergänzt: Je mehr Bilder erzeugt werden, desto mehr Artefakte. Die Bildqualität sei insgesamt schlechter als ohne Frame Generation, und schwächere Grafikkarten müssten mehr Bilder erzeugen, was Artefakte und Latenz verstärke. Auf einer RTX 4090 war der Input-Lag laut Autor kaum störend. Auf schwächeren Karten kann das anders sein.

Empfehlungen der Quellen für die Einrichtung

  1. Begrenze die Bildrate im Spiel auf die Hälfte der maximalen Bildwiederholrate des Monitors (PCGH).
  2. Starte möglichst mit mindestens 60 fps, bevor du die Frame Generation einschaltest (PCGH).
  3. Nutze die Technik vor allem in Spielen ohne eigene Frame Generation (PCGH).
  4. Bei der adaptiven Variante: Begrenze die FPS im Spiel auf einen Wert, den die GPU sicher hält, und setze die Ziel-FPS in Lossless Scaling etwa doppelt so hoch. Beispiel aus GameStar: 120-Hz-Monitor, Spiel auf 60 FPS begrenzt, Ziel-FPS 120.

Einen Teil der Leistung verbraucht die Technik selbst: In einem Beispiel von PCGH (Kingdom Come: Deliverance auf einer GTX 1080 Ti) sanken die nativ gerenderten fps um etwa 10 Prozent. Zu VRAM-Verbrauch macht die gelesene Seite keine Angaben.

Für wen es sich lohnt

SituationEinschätzung (eigene)
Alte Grafikkarte, Spiel läuft mit 40 bis 60 fpsKann für mehr Flüssigkeit sorgen; Latenz und Artefakte testen
Schnelle Karte, Spiel mit nativer Frame GenerationNative Verfahren bevorzugen
Wettkampfspiele mit schnellen ReaktionenEher nicht; Latenz zählt mehr als Flüssigkeit
Singleplayer-Spiele und VideowiedergabeAm ehesten geeignet
Spiele mit Anti-CheatVorab prüfen, ob Overlays erlaubt sind (eigene Kenntnis)

Wie du Ruckeln trotz hoher fps diagnostizierst, steht in Ruckeln trotz hoher fps und 1-Prozent-Lows und Frametimes. Zu VRR und V-Sync: G-Sync, FreeSync und V-Sync. Wie viele Hertz sinnvoll sind, erklärt Gaming-Monitor: Wie viel Hertz.

Alternativen im Treiber

AMD und Nvidia bieten treiberbasierte Frame Generation für unterstützte Karten an. Details zur jeweiligen Version prüfst du in den Treiberhinweisen, siehe Nvidia-App und Einstellungen. Welche Technik zu welcher Karte passt, hängt vom Modell ab; wir haben die aktuellen Treiberfunktionen hier nicht verglichen.

Praxis: So testest du es im eigenen Spiel

  1. Starte das Spiel im Fenstermodus oder randlosen Fenstermodus und begrenze die Bildrate auf einen Wert, den die Karte stabil hält.
  2. Starte Lossless Scaling, wähle die Frame Generation und ein passendes Verhältnis oder die adaptive Ziel-FPS.
  3. Aktiviere die Skalierung per Tastenkürzel im Spiel und beobachte Bildruhe, Artefakte an Rändern und HUD-Elementen.
  4. Prüfe das Steuerungsgefühl: Wirkt die Maus träge, reduziere den Faktor oder verzichte auf die Technik.
  5. Vergleiche mit und ohne Frame Generation über einige Minuten, bevor du dich entscheidest.

Die Schritte beruhen auf den Empfehlungen der Quellen und auf allgemeiner Erfahrung. Jedes Spiel verhält sich anders. Speichere nach einem guten Test die Einstellungen als Profil für dieses Spiel, damit du sie nicht jedes Mal neu setzen musst (eigene Kenntnis). Die FPS-Anzeige hilft beim Vergleich, siehe FPS anzeigen.

Wann du lieber die Grafikeinstellungen senkst

Frame Generation erzeugt Flüssigkeit, aber keine zusätzliche Reaktionsgeschwindigkeit. Wenn dein Spiel mit 30 fps läuft und träge wirkt, verbessern niedrigere Einstellungen oder eine Auflösungsskalierung das Spielgefühl meist stärker. Das ist unsere Einschätzung und deckt sich mit der Empfehlung der Quelle, mit mindestens 60 fps zu starten. Wenn deine Grafikkarte generell an der Grenze arbeitet, lohnt sich ein Blick auf ein Upgrade, siehe Upgrade von der RTX 3070 oder 8 GB VRAM: Reicht das noch?.

Noch ein Hinweis zur Handheld-Nutzung: GameStar nennt Unterstützung für Windows-Handhelds. Ob und wie gut sie dort hilft, haben wir nicht geprüft; mehr zu den Geräten steht in Gaming-Handheld kaufen 2026. Ob der Zusatzaufwand für Akku und Wärme lohnt, musst du am Gerät ausprobieren.

Häufige Fragen

Ersetzt Lossless Scaling DLSS Frame Generation?

Nein. PCGH betont, dass es die nativen Verfahren nicht übertreffen kann, weil ihm Tiefen- und Bewegungsdaten aus dem Spiel fehlen.

Was kostet das Programm?

Beide Quellen nennen etwa 7 Euro auf Steam. Prüfe den aktuellen Preis.

Läuft es im Vollbildmodus?

Laut PCGH muss das Spiel im Fenstermodus laufen, ein exklusiver Vollbildmodus wird nicht unterstützt.

Mehr Flüssigkeit, aber mit Kompromiss

Erst die Basis-FPS prüfen, dann Faktor oder Ziel-FPS wählen und Latenz im eigenen Spiel testen.

Zum PC-Konfigurator DLSS, FSR und XeSS Frame Generation und Latenz